Teil eines Werkes 
Band 1 (1886) Programm der Enquête und Ergebnisse der Erhebungen
Entstehung
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Gemeinde angegeben, daß wenigſtens die Hälfte des geſammten Viehſtandes Einſtell⸗ vieh ſei; außer in dieſen Gemeinden wird nur noch in Habitzheim des Einſtellviehs erwähnt.

Von einer Gemeinde kann berichtet werden, daß beinahe ſämmtliche Schulden aaadda bei Einwohnern der Gemeinde aufgenommen worden ſind(Ober⸗Moſſau); auch in Aung ac. anderen Gemeinden(Meſſel, Rodheim, Beuern) iſt ein Kapitalbeſitz conſtatirt worden, der den Betrag der in der Gemeinde vorhandenen Paſſiven beinahe erreicht oder über⸗ ſteigt; in einer Gemeinde(Weſthofen) beträgt der erſtere mehr als das Doppelte aller Schulden. In Hartershauſen, wo der Betrag der Schulden nicht conſtatirt werden konnte, ſind nur wenige Beträge in dem Hypothekenbuch eingetragen; beinahe alle Schulden ſind auf Schuldſcheine geliehen, wie es ſcheint aber keineswegs vorwiegend bei andern Einwohnern der Gemeinde.

VII. Arbeiter- und Geſtnde-Verhältniſſe, Lößne, Nebenverdienſte. Die Arbeiter⸗ und Geſinde⸗Verhältniſſe haben ſich, wie aus den Erhebungs⸗ Allgemeine

berichten hervorgeht, in den letzten Jahren für den landwirthſchaftlichen Betrieb gegen⸗ vaainedns über den ſiebenziger Jahren etwas gebeſſert; indeß ſind doch in den Bezirken, welche Lohnſütze ungünſtige natürliche und wirthſchaftliche Productionsbedingungen haben, die Löhne meiſtens immer noch verhältnißmäßig ziemlich hoch gegenüber den Löhnen in den wirthſchaftlich günſtig ausgeſtatteten Bezirken und außerdem wird namentlich vielfach geklagt darüber, daß die Arbeiterbevölkerung ſich von den landwirthſchaftlichen Arbeiten zu ſehr entwöhnt habe, daher oft alle Fähigkeit dafür entbehre. Die nachſtehende Ueberſicht gibt ein Bild von den in den verſchiedenen Erhebungsgemeinden herrſchenden Lohnſätzen.

Da es nur in ſeltenen Fällen für den Landwirthſchaftsbetrieb an Arbeitskräften fehlt, in ſehr vielen Gemeinden vielmehr die Arbeiter noch außerhalb Beſchäftigung ſuchen müſſen, ſo kann man im Allgemeinen von einem Mangel an Arbeitern nicht ſprechen, wenn auch da und dort in der Ernte von auswärts Arbeitskräfte heran⸗ gezogen werden müſſen, die dann aber in der Regel ohne beſondere Schwierigkeiten zu erreichen ſind. Zu erwägen dürfte es ſein, ob bei den gegenwärtigen Conjuncturen nicht zweckmäßig wieder mehr der Naturallohn an Stelle der Baarlöhnung treten ſollte, wodurch es vielleicht auch den Landwirthen gelingen würde, einen beſſeren ſtändigeren Arbeiterſtand an ſich zu feſſeln.