Teil eines Werkes 
Band 1 (1886) Programm der Enquête und Ergebnisse der Erhebungen
Entstehung
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Wie erwähnt, entſprach es den übereinſtimmenden Anſichten der Gr. Regierung und der Landſtände, die Enquéte möglichſt im Anſchluß an die im Großherzogthum Baden ſtattgehabten Ermittelungen vorzunehmen: es wurden daher im Weſentlichen dieſelben Fragen wie dort auch den diesſeitigen Erhebungscommiſſären geſtellt; an den Schlußberathungen hat in der Regel der Miniſterialreferent mit dem General⸗ ſecretär der landw. Vereine Theil genommen; jedesmal war der erſte Verwaltungs⸗ beamte des Kreiſes oder deſſen Stellvertreter zugegen und wurde neben den von dem Commiſſär und dem Kreisrath als zur Theilnahme geeignet bezeichneten Ortsein⸗ wohnern gewöhnlich noch ein mit den landwirthſchaftlichen Verhältniſſen des Kreiſes vertrautes Mitglied des Kreisausſchuſſes zugezogen.

Bei Feſtſtellung des Programms der Enquète wurde angenommen, daß ſich die Lage der landwirthſchaftlichen Bevölkerung als das Ergebniß einer größeren Anzahl darauf einwirkender Faktoren darſtellen müſſe und daß deßhalb in den Erhebungen alle dieſe Faktoren zu ermitteln ſeien. Unter den Faktoren ſcheinen nun die vor⸗ ſtehend in dem Inhaltsverzeichniß unterIX angegebenen die wichtigſten zu ſein; der Schwerpunkt derſelben wird aber jedenfalls in der jeweiligen Höhe der Verſchul⸗ dung und in der thatſächlichen Rentabilität der Wirthſchaften, welche beide in einem gewiſſen urſächlichen Zuſammenhange ſtehen, zu ſuchen ſein.

Die auf Grund des Programms der Enqutte erſtatteten Erhebungsberichte zer⸗ fallen demgemäß in zwei Hauptabſchnitte, von denen der erſte eine Schilderung der allgemeinen Zuſtände und Verhältniſſe gibt, unter welchen die Landwirthſchaft in der betreffenden Gemeinde betrieben wird,(Frage IVII), während der zweite einerſeits die Verſchuldung darlegt,(Frage VIII, andererſeits die Lage ſchildert, in welcher einzelne als typiſch anzuſehende Beſitzer ſich befinden, insbeſondere wie ſich die Ren⸗ tabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes ſtellt(Frage IX). Durch die Frage X endlich ſollte für die zu jeder Erhebungs⸗Gemeinde gebildete Commiſſion Gelegenheit gegeben werden, den Bericht des Commiſſärs zu beurtheilen und die Mittel vorzu⸗ ſchlagen, welche eine Beſſerung der landwirthſchaftlichen Zuſtände herbeizuführen ge⸗ eignet ſind.

Zunächſt wurde eine Probeerhebung in der Gemeinde Meſſel vorgenommen, welche einerſeits ein Prüfſtein für die zweckmäßigſte Methode der Erhebungsarbeiten, andererſeits ein Muſter für die nachfolgenden Arbeiten der einzelnen Commiſſäre

werden ſollte. Die Verhältniſſe der Gemeinde Meſſel erwieſen ſich für die Probe⸗

erhebung inſofern günſtig, als dieſelben einen vollſtändig landwirthſchaftlichen Charakter bewahrt haben und auch der Beſitz⸗ und Vermögensſtand der Bewohner einen ächt ländlichen Charakter trägt, ſo daß ein rein landwirthſchaftliches Bild gegeben war. Dem Zweck der Probeerhebung entſprechend wurde der bezügliche Bericht dem Großh. Miniſterium unterbreitet und dann nach Gutheißung ſofort in Druck gegeben, um ihn den erwählten Commiſſären als Muſter für ihre Arbeiten überliefern zu können. Bei der nach Anhörung der Großh. Centralſtelle für die Landwirthſchaft und die landw. Vereine getroffenen Auswahl der Erhebungsgemeinden ſelbſt wurde weniger auf die Eintheilung des Landes nach politiſchen Bezirken als auf die natürliche