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Oden und Lieder von Uz, Kleist, Hagedorn und andren Melodieen beym Clavier zu singen / von Johann Friedrich Reichardt
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Allein beym Kehraus glitſchte ſie;

Doch ich ergriff ſie ſtracks:

Und dafuͤr ſah ich auch ein Knie,

Das war ſo weiß als Wachs.

Des Pfarrers Muthe ſchimpft' aus Neid

Und zwackte mich gar an.

Ich ſprach: Menſch, laß mich ungeheit,

Und kneip den Leyermann.

Mein Liebchen gieng mit mir ins Feld:

Ich half ihr uͤbern Zaun.

Da hab ich mich nicht mehr verſtellt,

Sie war bey guter Laun.

Wir lagerten uns drauf ins Gras,

Wie Nachbarskinder thun:

Doch ich empfand, ich weis nicht was,

Das ließ mich gar nicht ruhn.

Guug, daß ſie mich ihr Bͤſſhen hieß,

Mir Hand und Guſchel reicht,

Und mir ein ſaftig Schmaͤtzgen ließ, Dem auch der Moſt nicht gleicht;

Ihr ſchmuzelt? Denket was ihr wollt. Glaubt, daß ſie euch nur neckt,

Und daß ihr nicht erfahren ſollt,

Was Hannens Mieder deckt.

Reichardts Oden und Lieder.

Die Edelfrau iſt zart und fein; Kein Menſch iſt wohl ſo ſchoͤn. Sollt ich nur ihr Leibeigner ſeyn, Den Dienſt wollt ich verſehn! Ihr, die ihr gern was neues wißt, Das euch die Ohren kraut;

Hoͤrt, was ihr alle wiſſen muͤßt:

Sie iſt ſchon meine Braut.

Der Herr Magiſter merkt ſchon was: Bring ich den Decem hin, So fragt er mich ohn Unterlaß, Ob ich verplempert bin? Und wann ſie in die Kirche tritt, So ſingt er, glaubt es mir, Noch weniger als ſonſten mit,

Und ſchielt und gafft nach ihr.

Die Hochzeit ſoll auch bald geſchehn, Noch vor der Aerndtezeit.

Da ſollt ihr manchen Luftſprung ſehn,

Der Leib und Seel erfreut.

Die ganze Dorfſchaft komme mir, Sie ſoll willkommen ſeyn:

Und ich verſprech euch Kirmiß hier,

Und guten Firnewein. v. Hagedorn.

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