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Oden und Lieder von Uz, Kleist, Hagedorn und andren Melodieen beym Clavier zu singen / von Johann Friedrich Reichardt
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Schilt unſre thoͤrigte Begier, 3 Sieh hin, wo keine Pracht gebricht!

Die auch bey nahen Quellen ſchmachtet. Man gaͤhnt auch mitten im Gepraͤnge: Vergnuͤgen beut ſich an: umſonſt! es wird verachtet; Der Nektar Jupiters, der Speiſen ekle Menge, Nur was uns flieht, verfolgen wir. Die feſſeln Scherz und Freude nicht. Zu ekel ſind wir, uns zur Pein: Die Freude, des lyaͤus Kind,

Wir laſſen Weſt und Sommer weichen, Entflieht unruhigen Pallaſten, Und wollen, wann ſie fliehn, in ſchattigten Geſtraͤuchen, Und ſchwaͤrmt zur Huͤtten hin, die nur gewaͤhlten Gaͤſt ken, Und murmelnd Waſſer froͤhlich ſeyn. MAur dir, o Freundſchaft, heilig ſind.

Der warme Fruͤhling koͤmmt zuruͤck: Fleußt nicht fuͤr ſie der Reben Blut, Dann braucht ein Weiſer ihn bey Zeiten. Die Chios edle Berge ſchwarzen? Er laͤßt Vernunft allein die blinden Wuͤnſche leiten, Auch Bachus unſers Rheins floͤßt in zufriedne Herzen Vergnuͤgt auch ohne ſchimmernd Gluͤck. Vertraulichkeit und guten Muth.

Weil ich nicht praͤchtig ſchmauſen kann, Wo Bachus lacht, wer bleibt betruͤbt? Soll ich nicht froͤhlich ſchmauſen koͤnnen? 1 Der Gott begeiſtert aller Buſen, Will Flora, fuͤr mein Haar, mir holde Roſen goͤnnen; kind laͤßt den Satyr loß und ruft den muntern Muſen Was geht der Fuͤrſten Pracht mich an? Und Amorn, der die Muſen liebt;

Was hilfts zur Luſt, wenn ihre Wand und Lieder der Zufriedenheit Sich in gewirktes Gold verhuͤllet, Ertoͤnen aus dem freyen Munde: Und ein Bedientenſchwarm die Marmorfaͤle fuͤllet Bis nach durchſcherzter Nacht die kuͤhle Morgenſtunde Mit guͤlduen Schuͤſſeln in der Hand? 84 Die Schatten und den Schmaus zerſtreut.

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