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Topographia Westphaliae : Das ist, Beschreibung der Vornembsten , vnd bekantisten Stätte, vnd Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße / An tag gegeben, von Matthaeo Merian [Textverf. Martin Zeiller]
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20 Beſchreibung der fuͤrnehmſten Staͤtte und Plaͤtze

Seiten an die Graffſchafft Marck, ſtoſſen thut, in welcher die Statt Unna, zwo Meilen von Dort⸗ mund, dieſe aber mitten in der Dortmundiſchen Graffſchafft, und gar wol zwiſchen den Waſſern Ruhr und Lippe, ligen thut. Iſt auch eine Hanſee⸗ Statt, ſo vor Zeiten eigene Graffen gehabt hat. Witikindus nennets Trormanniam, und Rhegi- no, Droomanniam. Caſpar Ens, in ſeinen deli- ciis apodemicis per Germaniam, ſagt p. 194. daß ſie vor Zeiten von den Trotmannis, wie er ſie nen⸗ net, und zu Schwaben machet, Trotmania, und folgender Zeit Tremonia, ins gemein aber Dort⸗ mund ſeye genannt worden. Und melde man, daß an dem Ort, da hernach die Statt Dortmund er⸗ bauet worden, zwey Doͤrffer vor Jahren geſtanden, welche dem uhralten Trottmanniſchen Schloß ge⸗ hoͤret haben; welchen hernach Kaͤiſer Carl der Groſſe, als er dieſe Saͤchſiſche Laͤnder unter ſich gebracht, das Buͤrgerrecht ertheilet, nach welchem ſie allgemach zuſammen in eine Statt gekommen. Und weiln gedachter Kaiſer des Bodens Frucht⸗ barkeit, und des Lagers gute Gelegenheit geſehen, ſo hab er Innwohner hieher gefuͤhret, und eine Zeit⸗ lang allda Hoff gehalten. Beſiehe aber hievon, und V von vielem anderm mehr, was Georgius Braun im vierten Theil ſeines Staͤttbuchs, und daſelbſt im Regiſter, weitlaͤufftig ſchreibet. Es hat da etliche ſchoͤne Kirchen, ſonderlich zu S. Martin: Item, ein Franciſcaner, und ein Dominicaner Kloſter, wie auch ſehr ſtattliche Spitaͤle. Es werden allhie des heiligen Moͤnchs und Martyrers Reinoldi, Auguſtiner Ordens, Reliquien in groſſen Ehren ge⸗ halten. Siehe Gelenium lib. 3. Syntagm. 66. der pag. 576. dieſe Worte aus einem unzeitigen Eyfer hinzuſetzet: Ubi Magiſtratus, Etſi Luthera- ni Pſeudo-Evangelii erroribus deceptus, ſacrum verticem argenteâ hermãâ incluſum honorificè con- ſervat.

Das Regiment allhie belangend, ſo war dieſe Statt unter den Nachkommen, des beſagten Kaͤi⸗ ſers Caroli, biß auff Kaͤiſer Arnolphen: Nach wel⸗ chem ſie an Hertzog Otten in Sachſen, und deſſen Sohn, Kaiſer Heinrichen den Erſten, kommen, zu welches Zeiten die Hunen, hierumb uͤbel gehauſet haben, denen aber, nach Vermoͤgen, gedachter Kaͤl⸗ ſer, widerſtanden: Und da ſie zum andern mahl wi⸗ der kommen, er dieſelbe bey dieſer Stattmauren ge⸗ ſchlagen, und vertilget hat. Und iſt noch ein Waſ⸗ ſer auſſer der Statt, ſo die Hunnentraͤnck genannt wird: Wie auch vor ſelbigem Thor, etwas weiters davon, die Streitheyde,ein weiter oͤder Platz/ da die Schlacht geſchehen ſeyn ſolle.

Kaiſer.Heinrich der Ander,hat folgends allhie einen ſtattlichen Reichstag gehalten, auff welchem der Biſchoff Meimwercus von Paderborn ſeine Mutter angeklaget, daß ſie ihren Sohn, ſeinen Brudern, umbgebracht habe. Sie iſt gleichwol, wi⸗ der des Biſchoffs Willen/ beym Leben gelaſſen wor⸗ den. Kaͤiſer Friederich der Erſte, hat auch eine Zeit⸗ lang allhie ſich aufgehalten. An. 1297. iſt die Statt

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faſt gantzausgebronnen, daher die Kaͤiſer den Buͤr⸗ gern, zur Ergoͤtzung, hernach alhier ein Kaͤiſerlich

Hoffgericht und Fahrmeſſen angerichtet, auch ſelb⸗

ſten unterſchiedliche Haͤuſer allda erbauet haben. Anno 1381. hat die ſchwere dieſer Statt Belaͤge⸗ rung angefangen, die der Ertzbiſchoff von Coͤlln, ſambt den Biſchoͤffen und Graffen hierumb, zwey und zwantzig gantzer Monat, aber vergebens, getrie⸗ ben hat. Als die Statt erlediget worden, ſo iſt dar⸗ auf der Buͤrger Auffruhr wider den Rath erfolget/ die man aber durch Geometriſche Austheilung der Anlagen, zu Abzahlung der Schulden, und dieweil man auch etliche aus der Gemeind in den Rath ge⸗ nommen, der vorhin aus lauter Edelleuten beſtun⸗ de, Anno 1400. wieder geſtillet. Hernach hat die Statt mit den benachbarten Graffen zu der Marck⸗ und Hertzogen von Cleve, Friede und Buͤndnuͤß, gehalten; gleichwol jederzeit die Kaiſer fuͤr ihre O⸗ berherren erkannt; von welchen ſie auch ſtattliche Privilegien, und daß ſie im gantzen Reich, von allen Zollen befreyet ſeyn ſolten, erhalten. Und da vor⸗ hin die Kaiſer ihre Statthalter, oder Graffen, in der Koͤniglichen Burgk hatten, die in ihrem Namen die Statt, und das Land herumb regierten, und die Einkommen von dem Coningshoffs⸗Land, und den Reichshoͤfen, wie ſolche Koͤnigliche Cammerguͤter, genannt werden, auch dieſelbe mit der Zeit gar erb⸗ lich, und von den Kaͤiſern zu Lehen empfangen wor⸗ den, weiln die folgende Kaͤiſer ſich wenig mehr in

Weſtphalen auffgehalten: So hat die Statt her⸗

nach Theils durch Geſchenck, Theils durch Kauff, alles von den Graffen und ihren Erben, zuſambt dem Blutbann, an ſich gebracht; welches Kaͤiſer Maximilianus I. beſtaͤtiget; auch Kaͤiſer Carolus V. und die folgende Kaͤiſer, die beſagte Graffſchafft ihr der Statt uͤbergeben haben. Daß alſo der Rath allhie nicht allein in der Statt, ſondern auch in der gantzen Graffſchafft, voͤlligen Gewalt hat; und ei⸗ nen Statt⸗Amptmann, der taͤglichen fuͤrfallenden

Strittigkeiten abzuhelffen, ſelbſten verordnet, und

auch das uͤbrige verrichtet, was die freyen Staͤtte, mit gutem Recht zu verhandlen pflegen. Und hat die Statt Anno 1543. ein Gymnaſium da einge⸗ fuͤhret, und demſelben erſtlichen Johannem Lamba- chium, beyder Rechten Doctorem, fuͤrgeſetzet; de⸗ me faſt nach viertzig Jahren Fridericus Beurhuſius ſuccediret hat. Und ſeyn auß demſelbigen unter⸗ ſchiedliche gelehrte Leute, und unter denen auch Ca⸗- ſpar Pfaffradius, hernach Profeſſor zu Heliſtatt, ein fuͤrnehmer Ramiſt, kommen. Siehe Johan An- gel. Werdenhagen de Rebuspubl. Hanſeat. part. 4. cap. 7. p. 41. feq. Pet. Bertium lib. 3. Rer. Ger- man. p. 689. und Chytræum lib. 16. Saxoniæ p. 404. feq.

Es iſt auch dieſe Statt Anno 1616. von den Ligiſtiſchen eingenommen worden, und hat Anno 1633. im Decembri Heſfe und Anno 1636. im Septembri, Koͤ⸗ arniſon, bekom⸗ men; Und o mehrers erlit⸗

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