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Topographia Westphaliae : Das ist, Beschreibung der Vornembsten , vnd bekantisten Stätte, vnd Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße / An tag gegeben, von Matthaeo Merian [Textverf. Martin Zeiller]
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im hochloͤblichen Weſtphaͤliſchen Craͤiß. 19 Dinant.

AN der Maaß, im Biſchthumb Luͤttich, ge⸗ D gen Bovigne, Bovines, oder Bouvines( ſo

allbereit zur Grafſchafft Namur gehoͤrig) ³ über, und zwiſchen Charlemont und Namur gelegen. Ein wolbekanter Ort, ſo gleichwol vor Zei⸗ ten fuͤrnehmer geweſen, ehe dieſe ſehr reiche und veſte Statt, im Jahr 1466. von Hertzog Carlen aus Burgund, belaͤgert, erobert, und gantzlich zerſtoͤret wordeniſt; da ſein alter Herr Vatter, Hertzog Phi⸗ lipp, noch gelebet und zugeſehen hat. Es ſeyn da⸗ maln uͤber die achthundert Gefangene in der Maaß, oder Moſa, erſaͤufft worden; wie deſſen Urſache bey dem Cominæo lib. 2. p. 85. ſeq. cap. 1. zu leſen. Hernach hat ſich dieſes Dinandium, oder Dinan- tum, wieder etwas erholet/ daß es der Zeit ein feines

Dinßlaken/

In Staͤttlein im Hertzogthumb Cleve, am 3 Waͤſſerlein Manne, nicht weit vom Rhein,

und dem Stattlein Holt,(ſo auch Cleviſch

iſt) zwiſchen Niderweſel und Duysburg, gele⸗ gen, ſo Arnoldus Weſalienſis, Martis locum in Latein gibet. Dann dies Martis der Dinßdach, oder Dienſtag genannt wird, und Dingen heiſſet

Stattlein, ſampt einem hohen Berg⸗Schloß, und zwoͤlff Meilen von der Statt Lurrch Dehaß 5 Es gibt viel ſchwartze Marmolſteine, Eiſen⸗Berg⸗ werck und Steinbruͤch allda. Iſt auch ſonſten das Land herumb gut: Davon Guicciardinus, in Be⸗ ſchreibung des Niderlands und Johan. Angelus à WerdenhagenPart. 4. Rerump. Hanſcat. cap. 17. p. 9 3. feq. zuu beſichtigen. Der heilige herpetuus, ſo dem Anno 617. verſtorbenen Biſchoff Gondulpho zu Maſtrich, oder Luͤttich, ſuccediret hat, ligt allhie begraben, und iſt dieſer Statt Patronus. Miræus in Faſt. Belg. pag. 650. Man vermeynt, daß ſol⸗ ches Staͤttlein, vor Zeitenvon der Di⸗ ana, ſeinen Namen bekommen habe.

Dinxrlaken.

Rechten, Streiten, ſo eygentlich dem Marti zuſte⸗ het. Siehe Georgen Braun im Erſten Theil ſei⸗ nes Staͤttbuchs. Der vereinigten Staaden, in Ni⸗ derland Volck, hat dieſes Stattlein Anno 1627. im Mayen, zu Nachts uͤberfal⸗ len und erobert. 85

Dorſten.

Jeſes Staͤttlein an der Lippe gelegen, wird Izur Weſtphaͤliſchen, und dem Ertzſtifft Coͤlln

gehoͤrigen Herrſchafft Recklinghuſen, ſo an das Stifft Muͤnſter ſtoͤſſet, referiert. Die Heſ⸗ ſiſch⸗Caſſeliſche haben ſich dieſes Orts bemaͤchti⸗ get, und Anno 1639. ziemlich denſelben befeſtigen laſſen. Aber Anno 1641. ward er, im Julio, vom Herrn General von Hatzfeld, von weitem zu belaͤgern angefangen; und ſolche Belaͤgerung her⸗ nach mit Ernſt fortgetrieben; alſo, daß endlich die Heſſiſchen ſich zu einem Accord verſtunden, auch den 19. Septembris Neuen Calenders, all⸗ da, mit Sack und Pack, fliegenden Fahnen, O⸗

Dortmund/

Jeſe Reichs⸗ und Weſtphaͤliſche Craͤiß⸗

Statt, nahend Heerdeke, Horde und A Lunen, bey den Grentzen der Herrſchafft

Recklinghuſen gelegen, iſt Anno 1641. auff dem Reichstag zu Regenſpurg erſchienen, de⸗ ren Monatlich einfacher Anſchlag zum Roͤmer⸗ zug, iſt ſieben zu Pferde, und dreyſſig zu Fuß.

ber⸗ und Untergewehr, Kugeln im Munde, und zwey Stuͤcken Geſchuͤtzes, ausgezogen ſeyn. Die Aufforderung beſchahe im Nahmen Ihrer Chur⸗ fuͤrſtlichen Durchleucht zu Coͤlln, iſt aber des Herrn General Hatzfelds Regiment hinein gezogen. Sie⸗ he hievon Tom. 4. Theatri Europæip. 591. ſeꝗqq. In der Fruͤhlings Relation des 1642. Jahrs, ſte⸗ het: Daß in fuͤnffzehen tauſend gewiſſe Schuſſe auff die Belaͤgerte Heſſiſche geſchehen, und neun⸗ hundert Granaten von 120. auch: 80. Pfund ſchwer, eingeworffen wor, den ſeyen.

Tremonia.

Entſchuldigte ſich aber allbereyt vor dieſem mir dem Niderlaͤndiſchen Kriegsweſen, und haben

Ihre Kaiſerliche Majeſtaͤt, Anno 1602. ihre Aus⸗

ſtaͤnde derſelben, biß auff 500. Guͤlden, nach⸗ gelaſſen. Es gehoͤret eine beſondere Graffſchafft darzu, die auch den Roͤmiſchen Kaͤiſer ohnmittel⸗ bar fuͤr ihren Herrn erkennet, und auff Ci

Sei⸗