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Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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114 Beſchreibung der

Vnden im Thal gleich daran ligt der Fle⸗ cken, gleiches Namens. Vunfern hievon ligt das Schloß vnnd Staͤttlein Epſtein/ ſo halb Maͤyntziſch; wiewol die Herrſchafft Epſtein mehrers Landgraͤfftſch Heßiſch iſt. Es ligt das Schloß allhie zwiſchen hohen Felſen, vnnd wird nicht fern davon im Maͤynhiſchen Gebiet Etſen gegraben, vnnd zu nechſt bey Epſtein Oeſen darau gegoſſen. In der Franckenbergiſchen Chro⸗ nic ſtehet am 71. Blat, daß Auno Chriſti 1492. Landgraff Wilhelm zu Heſſen, die Graffſchafft Epſtein erblich an das Land zu Heſſen kaufft, vnd das Land eingenom⸗ men habe.

An. 1646. den 27. Hornung iſt, durch eine Keyſerliche Parthey, dieſes Schloß Retffeuberg beſetzt worden. Anno 1647. als der Nider Heßiſche General Morrai- gae, die Statt Friedberg, den 1. Majt, ero⸗ bert, hat Ihme auch d Obriſt, ond bevelch⸗ tragende, auff d Burg daſelbſt zu Fried⸗ berg, namblich der Freyherr von Reiffen⸗ berg, dieſelbe auff dilcrerion vbergeben; der dann ſo lang im Arreſt geblieben, biß das gedachtes, mit ſeinen Knechten beſetztes, Schloß Relffenberg, den Nider Heßiſchen auch worden iſt. Es ſeyn aber, wie man ge⸗

ſchriebe, durch das ſchieſſen, etliche Gebaͤw,

im Schloß, in den brand gerathen.

Rens.

EIn altes Staͤttleln, am Rheinſtrom, gegen Braubach vber; ſo von theils auch Reens, vnnd Reinſe geſchrieben, vnd

vornembſten Orth

Lonſtein, ſo Mayntziſch, Capell, o Trieriſch, obgedacht Braubach, ſo Heſſen zu Lehen von Chur⸗ Pfaltz traͤgt, nahend allhie gele⸗ gen; vnnd iſt das gemelte Staͤttlein Rens noch vor dem jetzigen Teutſchen Krieg, ein Heſſiſcher Pfandtſchilling von Chur Coͤlln geweſen, aber nunmehr abgeloͤſet.

Mtt ſolcher Abloͤſung deß Staͤttleins

ß Rhenſe, iſt es alſo hergangen: In Vorzei⸗

ten, benanntlich Anno 1445. die Jacobi Apoſtoli, hat der damahlige Churfuͤrſt vnd Ertzbiſchoff zu Coͤlln Dietericus, Graff Philipſen zu Catzenelenbogen, bemeltes Staͤttlein Rhenſe am Rhein vor nenn tau⸗ ſend Oberlaͤndiſche Rheiniſche Gülden pfaͤndtlich eingegeben vnd vberlaſſen. Den 1. Febr. An. 1627. aber iſt von damaligem Churfuͤrſten zu Coͤlln Herrn Ferdinando dem Füuͤrſtlichen Hauß Heſſen die Reluition vnd Abloͤſung beſagtes Staͤttleins Rhenſe ſolenniter denunciirt worden, darauff hat Herr Landgraff Georg mit der Fuͤrſtlt⸗ chen Caſſeliſchen Lint, vnnd andern Fuͤrſt⸗ lichen Herrn Angewandten, gebuͤhrliche Communication gepflogen, vnnd haben endlich Herr Landgraff Wilhelm, vnnd Herr Landgraff Georg, beyde regierende Fuͤrſten zu Heſſen, Caſſeliſcher vnd Oarm⸗ ſtattiſcher Lini, zu Darmſtatt den 21. Se⸗ ptembr. Anno 1627. ſich dergeſtalt verglie⸗ chen, vnd gegen den Herrn Churfuͤrſten zu Coͤlln vnder Fuͤrſtlichen Handen vnd Ste⸗ geln verbindtlich erklaͤret, wo fern von dem Feſto Jacobi deß 1627. Jahrs, biß auffs Feſtum Jacobi deß 1629. Jahrs von den Fuͤrſten zu Heſſen kein beſtaͤndiger Schein

genennet wird. Es iſt daſelbſt ein Saur⸗ bronn, aber wegen deß wilden Waſſers, ſo

vnd Beweiß wuͤrde vorbracht werden,(der⸗ gleichen ſich aber nach fleißigem ſo wol zu

darein fleuſt, in geringer Achtung. Den Koͤnigſtul am Rhein, bey dieſem Staͤtt⸗ lein, oberhalb Coblentz, vnder den Nuß⸗ baumen gelegen, beſchreibet Michael Sachs im 4 Theil deß Chriſtlichen Zeit⸗ vertreibers, am 269. Blat. Vnnd daſelbſt haben die Churfurſten vor Zeiten pflegen zuſammen zu kommen, die Kaͤyſerliche Wahl fuͤrzunehmen, vnnd deß Reichs Sachen zu berathſchlagen. Iſt etwan ein herrlich Gebaͤw geweſen, aber jetzt ſehr zer⸗ fallen, vnd verwuͤſtet. Die vter Rheiniſche

Churfuͤrſten haben nahend dabey jhreh

Schloͤſſer, vnnd Staͤtte gehabt, da ſie zu

Nachts haben ſicher ruhen koͤnen. Wie dañ

Caſſel, als Darmbſtatt, beſchehenen Auff⸗ ſuchen in Archivis nicht befunden,) krafft deſſen erweißlich zu demonſtriren, daß die von Chur Coͤllen edirte Pfand Verſchrei⸗ bung geendet, daß alsdann deß Herrn Chur⸗Fuͤrſtens Loßkuͤndung, ohn Ein⸗ wendung einiger anderer exceptionen, vnd einrede ohnweigerlich Platz gegeben, vnnd das Staͤttlein gegen wuͤrcklich er Er⸗ legung deß Pfand⸗ Schilling reſtituirt werden ſolte, allermaſſen auch hernach al⸗ ſo im Werck ſelbſt erfolgt. Beſtehe Pre⸗ erum in notis ad P. de Andlo p. 166. a. item in tomo German. rer. Scriptorib. fol,

337. 427. 436.& part. 2. Origin, Palatin, Gap. 2.

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