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in Heſſen, vnd den benachbarten Landen.
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Allendorff/ an der Werra.
Stein Stadt in Nieder⸗Heſſen, zugenandt in den Sohden. Soll Swegen der Saltz⸗Sohden ſo viel heiſſen, als Hallendorff, inmaſſen auch andere Orth von ihren Sohden oder Sul⸗ tzen, alſo genent werden. Hingegen ſagt man auch, daß die Stadt von etlichen Doͤrffern, ſo in dieſer Gegend gelegen, und von welcher auch noch etwas Anzei⸗ gung und zerfallene Gemaͤuer uͤbrig ſeyn, zuſammen gebauet, und derowegen Al⸗ lein Dorff genennet worden, aus wel⸗ chen hernach der Nahm Allendorff er⸗ wachſen. Dieſe Stadt ligt in einer luſtigen Gegend, mit hohen Bergen umbſchloſ⸗ ſen. Und hat es da, wegen Thellug des Strohms, drey ſteinerne Bruͤcken uͤber die Werra; uͤber welche zwo Bruͤcke gehen auß der Statt biß zum Saltzbronnen und Sohden, deren etwa bey 60. Dahero die Stadt und das gantze Land, in welches das Saltz haͤuffig verfuͤhret wird, groſſen Nutzen haben, wie ſolches auch dieſe Vers andeuten:
Urbi dant magnis ponr, mons, fons, com- moda rebus, Qualia vix alibi Teutona terra tenet.
Dieſer Ort, ſo ziemblich weit umbfan⸗ gen iſt, hatte 2. Kirchen, und ein ſchoͤnes Rathhauß, war auch ſoͤnſten ziemblich ſtarck und eng beyſammen gebauet, auſſer, daß kein Fuͤrſtliches Schloß, ſondern nur ein Ampthauß da war; welches aber alles des Jahrs 1637. eingeaͤſchert worden, daß ſchler nichts ſtehen blieben. Wird aber, oh⸗ ne Zweiffel, nunmehr fein wieder gebauet ſeyn. Zwiſchen dieſer Statt, und den So⸗ den oder Saltzwerck(ſo wegen der vielen Gebauen der Soͤder, und auch anderer, eine eigene Gemeinde, und Staͤttlein, doch ohne Mauren, machet,) iſt eine dreyfache ſchöͤne ſteinerne Brucken; dieweil ſich die Werra diß Orts auch in ſo viel Fluͤſſe thei⸗
let. Beſagtes Saltzwerck belangend, iſt ſolches ein ſonderlich wunderbahres Ge⸗ ſchoͤpff, und groſſe Gnad Gottes, daß die Quelle ſo ſtarck iſt, daß ſie ſo bald etliche Muͤhlentreiben koͤnte; geſtalt dann, dur die Waſſerkunſt, der Brunne in gewiſſe Sammelkaſten gezogen, und von darauß, vor der Statt, wol ein Muſqueten Schuß hinauß, in viele unterſchtedliche Leckwer⸗ cke und Koͤten, gefuͤhret wird, deren im Soden Fleck gelegnen zugeſchweigen. Und iſt dieſes Saltz weit beſſer, und kraͤfftiger, als viel anders, ſo an umliegenden Orten, und Saltzwercken, gemacht wird. Der Brunne ligt gantz in der Ebne, ſehr tieff, und faſt an einem ſumpfechten Ort, und wird durch ein Pompenwerck mit Pferden, an einem lauffenden Schwengel, in ein be⸗ ſonders daruͤber gebautes Hauß, gezogen. Die Koͤten und Pfannen, darinne das Saltz geſotten wird, ligen rings umb den Brunnen her, und ſeyn deren ſehr viel; und werden zu dieſem Saltzwerck nicht allein die Kohlen am Meißner, ſondern auch viel hundert oder tauſend Schock reiſich ge⸗ braucht, auch ein groſſe Menge Schied⸗ holtz verbrant. Doch iſt das Saltz, welch es bey Holtz und Reiſig geſotten wird, weit kraͤfftiger, und beſtaͤndiger, als jenes, ſo mit Steinkohlen erhitzet wird. Dann, ne⸗ ben dem Schwefel eine ſonderliche Feuch⸗ tigkeit in den Steinkolen iſt, welche das ſie⸗ dende Saltz an ſich zeucht. Es ligt die ge⸗ melte Stadt Allendorff, unnd zugeharig Ampt(ſo gering iſt, und in wenig Dorff⸗ ſchafften beſtehet;) wie auch die gemelle Soden oder Saltzwerck, gar in einem ſehr geringen Bezirck, zwiſchen ſehr hohen Bergen, ſo voller Steinklippen ſeyn; dar⸗ unter ſonderlich der Goburg, und Hoͤhe⸗ berg, den Vorzug haben. In den Waͤlden, ſo viel deſſen der Stadt zugehoͤrig, wie auch an der hohen Fuͤrſte(ſo ein Vorgeduͤrg, und Gehoͤltz, des Meißners iſt,) hat die C 2 Statt


