Druckschrift 
Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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18 Beſchreibung der fuͤrnehmſten Ort

dann auch das Ober⸗Fuͤrſtenthum Heſſen, das Fuͤrſtenthum an der Loͤhn genennet wird: Und iſt das Land an der Loͤhn unterſchiedlichen Herren gehoͤrig. Es iſt Loga. nus, oder Logana, der Fluß Lanus, von welchem das Schloß Lan⸗eck, und die Stadt an der Spitzen, da die Loͤhn in den Rhein fleuſt, Lanſtein insgemein, vor alters Lo⸗ ginſtein genant, den Namen hat. Von obernandtem Pabſt Gregorio werden die an⸗ wohnende Voͤlcker Lognat, bey dem Ethico Coſmographo Langiones, geheiſſen. Und werden darunter begriffen die Graffſchafften und Herrſchafften, an ſolchem Strom gelegen, als Solms(davon unten bey Lichg) Witgenſtein, Limburg, Dietz, Arn⸗ ſtein, Runckel, und Naſſau. Was dem Fuͤrſtlichen Hauß Heſſen von dieſem Lohngan zuſtaͤndig iſt, und zwar gar viel, das wird, wie oben gemelt, und hievon Dfiichius zu leſen iſt, das Fuͤrſtenthum, oder Land an der Loͤhn genandt.

Den Fluß Lohn oder Lahn an ſich ſelbſten belangend, ſo hat derſelbe ſeinen Ur⸗ ſprung im Weſterwald, in der Graffſchafft Witgenſtein, da ſeine Quelle entſpringet in einem Gebirge. Iſt anfangs gering, wird aber hin und wider durch andere zuflieſ⸗ ſende Waſſerlein, ſonderlich der Ohni in Heſſen der Dill unterhalb Herborn der Elß, der Aar, und andere, geſtaͤrckt und groͤſſer. Er nimt ſeinen Lauff von Witgenſtein herumber durch ein Theil von Ober⸗Heſſen, bey Marpurg vorbey, Legn und neben Gieſſen hin, auf Wetzlar,Leun, Weilburg, Lenberg, Villnaar, Runckel, Diekirch, Lim⸗ purg, Dietz, Naſſau, Tauſchenau, und Nieder⸗Lahnſtein, da er nicht fern oberhalb der Veſtung Ehrenbreitſtein oder Hermanſtein, in den Rhein faͤllet. Es ſtoſſen unter⸗ ſchiedliche Herrſchafften beyderſeits an den Lahnſtrom, als Sayn, Heſſen, Naſſau⸗ Siegen, Naſſau⸗Sarbruͤcken, Solms, Chur⸗Trier, Wetzflar, bey deren ſich obge⸗ meldte Dill(davon das veſte Schloß Dillenberg den Namen hat,) in die Lahn er⸗

zeuſt. Dieſer Fluß iſtmanchen Orths ſehr tieff, und an allerhand Fiſchen, als Hecht, Paen und dergleichen ſehr reich, werden auch, ſonderlich Winteds Zeiten bey erhoͤ⸗ hetem Waſſer Salmen darinnen gefangen. VIII Hayrich/ dajetziger Zeit die Nieder⸗Graffſchafft Catzenelenbogen gelegen. Daſſelbe Land ſolle von Alters der Hohe Ruͤck geheiſſen haben, daraus Hayrich wor⸗ den; gleich wie gegen uͤber Hunsruck Hunnorum jugum oder Præſidium. Dann Teutſchland dergleichen hohe bergiche Laͤnder viel hat.

IX. Das Stifft Herßfeld/ hat in der Laͤng und Breit ohngefehr 3. Meyl, darzu gehoͤren Friling, Ober⸗ und Unter⸗Geiſ⸗ Alters dorff Kerſpenhau, Mongshauß R⸗ der⸗Sula, Wegfahrt, Nidern Joſſe. Davon unten in ſel iger Stadt Beſchreibung.

Waldeck die Graffſchafft, iſt ein vornehm fruchtbar Land, an allerley Fruͤchten, Waͤlden, Bronnen, und Merallen. Die vornehmſte Staͤdt und Schloͤſſer darin ſeyn, Wildungen, Waldeck/ Corbach, Eyſenberg, Mengeringhauſen, Arolſen, Landau, Ra⸗ den/ Sachſenhauſen, Freyenhagen, Furſtenberg, Eilhuſen und Wetterburg. Die vor⸗ nehmſte Stadt iſt Corbach. Staͤdte mit Schloͤſſern: Waldeck Stadtlein und Schloß. Landau mit ihrem Schloß. Mengershauſen gleichſam mit einem Schloß. Item die Stadt Roden mit ihrem Schloß/in deren Gebiet es die allerbeſte Jagwerck gibt. Das Schloß Wetterburg liegt an einem luſtigen Orth zwiſchen den Waſſern Twiſta und Ahra. Die Stadt Wildungen wird durch den neuen und alten Ort und Namen unterſchieden. Eiſenberg iſt ein Schloß, deſſen Felder nechſt herum auch Ei⸗ ſen und Steinkohlen von ſich geben dahero es den Namen hat, dann denen die es von der Goͤttin Weherführen niiht zu glauben ſtehet. Eihaufen iſt ein ſchoͤn Schloß, welches das Waſſer Urba gleichſan theilet.

As ſeyn nun alſo die Laͤnder und Gegend, deſſen vornehmſte und

A bekannteſte Oerther und Plaͤtze wir uns in dieſem Theil des

Teutſchlands zu beſchreiben vorgenommen haben, underſtii zwar, ſo iſt dadie Stadt underſtlich

Allendorff,

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