Druckschrift 
Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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in Heſſen und den benachbarten Landen. 17 der Grafſchafft Arnsberg/ und dem Obern⸗Fuͤrſtenthum Heſſen. Liegt in einem hohen

inen Gebürg, deſſen ein Theil das Rothhaar genannt wird, aus welchem vier vorneyme Waſſer entſpringen, darunter die Loͤhn gegen Morgen laufft, und hernach herum auf

Marpurgſchweifft: Die Dill gegen Mittag, und auf Dillenberg zu: Die Sieg gegen Nidergang/ und auf Siegen/ und Coͤlln zu: Die Eder gegen Mitternacht/ und ſich der⸗ um auf Franckenberg, und Caſſel, ſchwencket. Das Schloß Witgenſtetn, ſo im Jahr

Chriſti 800. allbereit geſtanden ſeyn ſolle/ liegt an der Loͤhn, auf einem hohen Berg, und Felſen: Und iſt in dieſer Grafſchafft das Schloß/ und Stadt Berleburg. Es hat

vorhin eigene Grafen gehabt/ darvon der letzte Ann 1360. geſtorben iſt, und eine Toch⸗ ter hinterlaſſen, die einen Grafen von Sayn geheyrathet hat. Was dieſe Grafſchafft anbelangt/ ſo auch zum Ober⸗Rheiniſchen Craiß gehoͤrig/ ſo

finde ich/ daß deren Monatlich einfacher Reichs⸗Anſchlag, zum Roͤmerzug, iſt. 1. zu

Roß, und 4. zu Fuß, oder 28. fl. und zum Cammergericht Jaͤhrlich, nach dem erhoͤch⸗ ten Anſchlag, 11. fl. 42. Kr. 5. Heller. In dem Reichs⸗Abſchied/ vom Jahr 1654. wird Herrn Johann Grafens zu Sayn, Witgenſtein/ und Hohnſtein, Herrens zu Home burg/ Vallendar, Neumegen/ Lohr/ und Klettenberg, unter den Wetterauiſchen Grafen, gedacht; daß er ſich beym naͤchſten Reichs⸗Tag zu Regenſpurg perſoͤhnlich befunden; als wegen des Graͤflich⸗Wetterauiſchen Collegij jetziger Zeit Ducctor. Sonſten ſeyn auch durch Geſandten, dabey erſchienen, Herr Ludwig Albrecht, und Herr Chriſtian, Grafen zu Sayn, und Witgenſtein; aber wegen der Grafſchafft Sayn, ſo zum Weſt⸗ phaͤliſchen Craiſſe ſonſten gezogen wird: Desgleichen Herr Georg/ Ludwig Albrecht/ Chriſttan, und Bernhard) alle Grafen zu Sayn/ und Witgenſtein; Herrn zu Hom⸗ burg: Item Georg Graf zu Sayn/ und Witgenſtein, in Vormundſchafft/ Ludwig Ca⸗ ſimirs, auch Grafens zu Sayn, und Witgenſteins ſel. unmuͤndiger Soͤhne: Item Frauen Chriſtianaͤ/ Graͤfin zu Sayn, und Witgenſtein/ geborner Graͤfin zu Waldeck/ Wiktibin, in Vormudſchafft weyland Graf Ernſts zu Sayn, und Witgenſtein, ſeel. unmuͤndiger Soͤhne. Und dann Hochgedachte Frau Johannete, weylanden Johanne ſen Landgrafen zu Heſſen hinterlaſſene Wittib, geborne Graͤfin zu Sayn, und Wit⸗ genſtein, Frau zu Homburg, als Mit⸗Inhaberin der Grafſchafft Sayn(in Weſto phalen) und dann Herr Salentin Ernſt, Graf zu Manderſcheid, und Blanckenheim, Freyherr zu Junckerrath, ꝛc. in Ehevogts Namen Fr. Erneſtinen, Graͤfin zu Man⸗ derſcheid, und Blanckenheim, gebohrner Graͤfin zu Sayn, und Witgenſtein, auch Mit⸗Inhaberin der Grafſchafft Sayn. Beym Herrn Limnæo, in adadit. ad lib. 4. de I. publ. p. 540. ſtehet/ unter anderm, daß Herr Graf Ernſt zu Sayn, und Wit⸗ genſtein/ mit Chur⸗Trier, wegen der Schloͤſſer Sayn, Freußburg, Rheinbruck, ꝛc. zu rechten gehabt: Item, iſt Anno 1642. eine Informatio Juris,& facti, gedruckt worden wie weyland Herrn Graf Ernſten zu Sayn/ und Witgenſtein, des Aeltern, nachge⸗ laſſene beyde Fraͤulein Toͤchter, Erneſtina, und Johannetten(hie oben,) zu dem Schloß, Stadt/ und Ambt Hachenburg, mit allen Pertinentien, gegen Chur Coͤlln/ ſo es Anno 1636. unterm Vorwand eines eroͤffneten, und heimgefallenen Mann⸗Le⸗ hens, eingezogen, berechtiget ſeyen. Von der Grafſchafft Valandar ſagt Herr D. Wurffdein, part. 4. Berichts(oder der Relation) p. 106. daß die Grafen von Sayn ſolche meiſtentheils, um die Regierung Keyſers WVenceslai, mit ſonderbarer Maß⸗ Chur⸗Trier uͤberlaſſen; unangeſehen aber Camera Spirenſis Anno 1606. derſell en

Wiederloͤſung den Grafen von Sayn zuerkant, ſo ſey ſie doch die Zeit hero, wegen ein⸗

gewanter Reviſion, bey Trier verblieben. Es ſeyn aber beſagte Relationes Anno 1636. gedruckt worden. Sonſten hat ſich D. Goddæus, der Herrn Grafen vo Witgen⸗ ſtein, wegen der obgedachten Graf oder Herrſchafft Vallendar, in einem beſondern Reſponſo, ſo des Jahrs 1620. gedruckt worden, angenommen. S. D. Beſoldum, de Jurisdict. Imp. Rom. q. 8. p. 21. Item, unten, Hachenburg; und D. Joan. Theo- dori Sprengeri bon. Principem, dabey auch dieſe Strittigkeit, inter prætenſiones illu-

ſtres, zu finden. VII. Loͤhngau/ oder das Land an der Löhn herum, iſt vor Zeiten ein beſonde⸗ rer Pagus geweſen, Pagus Loganenſis, das Logenehe, Sder Logengau geheiſſen, wie 2 dann

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