16 Beſchreibung der fuͤrnehmſten Ort vornehme Juriſt Marquardus Freherus, wie Melchior Adami in vitis ICtorum Germa- norum pag. 475. gedencket. Viel guter Sauerbruͤnn ſind hier zu finden, als bey Fridberi⸗ Roßbah„Carben, davon Jacob. Schoppers Chorographi lib. 1. c. 6. p- 103.3u ſehen. IV. Rinck gau/ liegt auff der rechten Seiten des Rheins gegen Maͤyntz, und Bin⸗ gen uͤber, ſo vor Alters auch ein beſonderer Pagus, der beſondere Graffen gehabt, ge⸗ weſen. Es hat auch vor Zeiten das Land jenſeit des Maͤyns, zwiſchen dem Rhein, und Bergſtraſſen, oder Odenwald, darin Trebur, Langen, Sprendlingen oder Sprenglingen, Gerau, Lorß, Benßheim, gelegen, das Rinckgau, oder Pagus Khe- nenſis, geheiſſen; wie obangezogener Autor des Hiſtoriſchen Berichts von der Wet⸗ terau, Kinckan, Weſterwald, Loͤhngau, Hayrich, ꝛc. meldet.
V. Weſterwald/ von deme ſchreibt jetztgemelter Autor alſo: Uber die Lohn liegt ein groß Land und Stuͤck des alten Nemoris Hercinii, ſo heutigs Tags der Weſter⸗ wald, oder Sylva Heſperia, genannt wird, und vor Zeiten von den Bructerts beſeſſen worden, der Papſt Gregorius II. in ſeiner Epiſtel an 8. Bonifacium, Bortharos ſchreibet. Unter dieſe gehoͤren, unter anderen, ein groſſer Theil des Bergiſchen Landes, und die uhralte treffliche Graffſchafft Iſenberg, Wied, Seyn, Freuſperg, Vroneck,ein altes Schloß, daraus hernach Marienſtadt, das Cloſter erbauet worden, an der Niſter ge⸗ legen; dahero dieſe Voͤlcker in des angezogenen Papſts Schreiben Niſtreſi genannt, und beneben den Wedrevis, Lognais, Grabteldis, und andern, als unterſchiedliche Pro⸗ vinciæ Getmaniæ, und abgeſonderte Voͤlcker von den Heſſen, und Thuͤringern erzehlet werden. Es ſchreibet Marquardus Freherus part. 2. Origin. Palatin. cap. 7. daß die ob⸗ beſagte Bructeri, oder Burcturi,(wie ſie in einer alten tabula ltineraria genannt werden, und die gegen Coͤlln uͤber gewohnet, und ſich faſt bis gegen Maͤyntz herauff erſtrecket haben,) vermuthlich vonihren vielen, und ſtattlichen Buͤrgen, bey den Roͤmern den Namen bekommen haben. Dann gleich gegen Bonn uͤber ſeyn, neben dem Rhein, Siben buͤrgen zu ſehen, nemlich 7. Schloͤſſer auff ſo vielen nacheinander ſtehenden hohen Bergen gebauet, als Lewenberg, Wolckenberg,(ſo der allerhoͤchſte, und darum alſo genannt, als ob er an die Wolcken ſchluͤge,) Drachenfelß, Stromberg, Malberg, und noch eines/ deſſen Namen nicht ſtehet. Und finden ſich ſonſten in ſol⸗ cher Gegend, oder der Bructerorum Landſchafft, Arenburg, Benßburg, Biggenborg, Berleburg, Cronburg, Dillenburg, Hachenburg, Homburg, Horneborg, Iſenburg, Limpurg, Lovenburg, Meraburg, Siburg, Sicamborg, Weilburg, Weſterburg, ſo alles nicht allein gar veſte Schloͤſſer, und wolbevoͤlckerte Staͤdte, und Staͤdtlein; ſon⸗ dern auch mit Freyherr⸗und Graffſchafften Tituln beruͤhmt ſeyn. Uind obwolnun⸗ ter dieſen ernannten auch theils mit berg ausgeſprochen, und geſchrieben, und alſo burg, und berg, fuͤr eins, genommen werden; ſo ſeyn doch auch theils der Orthen, ſo gllein auff berg ſich enden; Und darunter das Hertzogthum Berg ſelbſten; hernach Blanckenberg, Braunsberg, Bureberg,(nemlich obgemeltes Eloſter Marienſtadt an der Niſter, ſo vorhin ein Schloß, das man mit der Zeit auch Vroneck genannt hat, geweſen iſt,) Camperg, Cronberg, Friedberg, Freußſperg, Gliberg, Iſenberg, Kirperg, Molſperg, Stauffenberg, ꝛc. Theils haben auch von den Felſen, und Stei⸗
nen ihre Nahmen, als Braunfels, Drachenfels, Arenſtein, Ehrenbreitſtein, Helffen⸗
ſtein, Koͤnigſtein, Greiffenſtein, Witgenſtein, ꝛc. darunter viel Pfaͤltziſche Lehen, ſo die von Naſſau, Iſenburg, und andere, auch die Ritterſchafft tragt; item etliche gan⸗ tze Graffſchafften, als Seyn, Wied, Solms, und andere. UInd hat Churfurſt Ludwig, Pfaltzgraff, die Graffſchafft Seyn/ als das alte und erſte Geſchlecht der Graffen von Seyn abgeſtorben, ums Jahr 1273. Graff Gottfrieden, vom Vatter her einem Graffen von Spanheim, aber von einer Graͤffin von Seyn geboren, von neuem zu Lehen angeſetzt, von welchem die heutige Beſitzer, die Graffen von Witgenſtein, in gerader Geburts⸗Linie herſtammen. Es grentzet aber
VI. Die Graffſchafft Mitgenſtein mit der Graffſchafft Naſſau ⸗Dillenberg, eT
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