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Topographia Franconiae, Das ist, Beschreibung, Vnd Eygentliche Contrafactur der Vornembsten Stätte, Vnd Plätze des Franckenlandes, vnd Deren, die Zu Dem Hochlöblichen Fränkischen Craiße gezogen werden / [Martin Zeiller.] An tag gegeben vnd Verlegt Durch Matth: Merian In Franckfurt
Entstehung
Seite
210
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112 Sonſten obwoln die Stadt mit Graͤben Mauren/ Thuͤrnen/ und Bollwercken/ wol verwahret iſt; So kan ſie doch/ der Berg hal⸗ ber/ vor groſſen Gewalt/ in die Harr ſich nicht halten. Der Biſchoffiſt ihr Herr in Geiſt⸗ und Weltlichem. Es hat gleichwol auch die Stadt ihren Magiſtrat: und werden dieſe unterſchiedliche Gericht allhie gezehlet/ als/ das Cantzley⸗Gericht/ Hoff⸗ und Ritter⸗ mann Lehen⸗Gericht/ das Land⸗Gericht deß Hertzogthumbs zu Francken; das Brucken⸗ Gericht/ Stadt⸗Gericht/ Keller⸗Gericht der Thum⸗Herren im Bruderhof zu Wuͤrtz⸗ burg/ ꝛc und gibt es anſehnliche Burgers⸗ und andere Haͤuſer allda/ deßwegen auch all⸗ hie etliche Reichstaͤge/ von den Kaͤyſern Pri- dcrico I.& II. und Othone IV. ſeyn gehal⸗ ten worden. Von Kirchen ſeyn inſonderheit zu ſehen/ 1. Der Thumboder die Biſchoff⸗ liche Kirche/ darinn die Biſchoͤffe ihre Be⸗ graͤbnuß haben:wiewol das Eingeweidin die Schloßkirchen: und das Hertz in dem Clo⸗ ſter Eborach/ Eberach/ oder Ebrorau/(ſo An. 1126. zu bauen angefangen wordenyjin ei⸗ ner hierzu verordneten Capellen begraben wird. Manſchleuſt ſolches Hertzein ineinen bleyinen Sarck/ legts auf einen Wagenthut einen alten getreuen Diener dazu/ und laͤſts mit vier Pferden dahin führen. Der Wa⸗ gen/und Pferde bleiben in Cloſter: Herge⸗ gen wird der beſagte Diener/ in demſelben/

Beſchreibung

ſein lebenlang/ wie ein Convent⸗Bruder/ ge⸗ halten. Neben gedachtem Thumb/ iſt das Meue⸗Muͤnſter/ oder Neben⸗Stifft/ ſo einen Probſt hat, und daſelbſt vorzeiten/ wie nian/ aber ungewiß/ vorgibt/ der Tempel Dianæ ſolle geſtanden ſeyn. 2. 8. Burckards⸗Stifft uͤber dem Waſſer. 3. 8. Jacobs⸗Cloſter/ allda Johannes Trithemius erſt in ſeinem Alter/ da er das Cloſter Sponheim verlaſſen/ Abt worden iſt. 4. Das Carmeliten⸗Clo⸗ ſter. 5.S. Marx⸗Cloſter. 6. Auguſtiner⸗ Eloſter. 7. Prediger⸗Cloſter. 8. Der Jeſuiter Kirch/ und Collegium, alla/ vor dem jetzigen Krieg/ ein anſehnliche Biblio⸗ teck war. Sie ſeyn/ zun Zeiten Biſchoff Friederichs von Wirsberg hieher kommen/ wie in deß Herren von Seinsheimb Lebens⸗ Beſchreibung lib. 5. fol. 306. davon ein meh⸗ rers zu leſen.9. Das Teutſche Hauß. 10. Die Carthauß. 11. Barfüſſer⸗Cloſter. 12. Ca⸗ puciner Cloſter. 13. Das Burger⸗Spi⸗

tal/(welches groß/ und ſchier einem kleinen Staͤdtlein zuvergleichen /) und viel andere Eloͤſter/ Kirchen/ Spitaͤl/ und Gottshaͤuſer

Siffts⸗Haug allhie gedacht worden iſt. Bey

der hohen Schul/oder Univcrnitaͤt allda/ iſt

aucheine eygene mit groſſer Kunſt erbaute Kirche/ von welcher in deß Adr. Romani

Staͤdtbuch/ oder Parvo Theatro Urbium,

zu leſen. Es iſt dieſe hohe Schul erſtlich

Anno 1403. wie theils wollen/ eingeführet

worden; wiewol andere ſolche vielaͤlter ma⸗

chen: und Nicolaus Serarius lib. 5. Rer.

Mogunt. p. 368. ſchreibet/ daß der Chur⸗

Fuͤrſt/ und Ertz⸗Biſchoff zu Maͤyntz Johan- nes, ein Graff von Naſſau/ dieſelbe Anno 1398. wegen der Burger zu Wuͤrtzburg viel⸗ faͤltigen Unruhen/ von hinnen auff Erffurt transferirt: aber Biſchoff Julius zu Wuͤrtz⸗ burgſin dem vorigen ſeculo,(Anno 1589.) wieder allhie eingefuͤhrt habe: deren erſten Anfang Gaſpar Bruſchius, in der Chrono- logia Monaſteriorum, laͤcherlich von S. Gallen und Kempten herfuͤhre; Er wolle dann /ſagt er Lerarius, deß Worts Acadcmiæ, und ſelbiger Ort/ ſehr mißbrauchen. Es meldet Daniel Eremita, in einer Epiſtel/ die

er von ſeiner Teutſchen Reyſe Anuo 1609. geſchrieben/ daß gedachter Biſchoff Julius 150. Kirchen/ in ſeinem Gebiet/ erbauet/ und ſein Stipendiaten⸗Hauß/ oder Seminarium, mit ſolchen ſtattlichen Einkommen verſehen habe/ daß hundert Studenten der Heiligen Schrifft/ und 25. vom Adel/ ſo allhie ſtudi⸗ rens halber ſich befinden/ genugſame Unter⸗ haltung haben. Auſſerhalb der Stadt/ liget

[das anſehnliche und veſte Biſchoͤffliche

Schloß/ auff dem Berg/(der von deß Her⸗ tzogs Hetani, der heiligen Jungfrauen Marien zu Ehren erbauten Kirchen allda der Frauenberg genannt wird/ und der weit von andern Bergen die ihme gar nicht ſchaͤd⸗ lich ſeyn koͤnnen/ abgeſondert iſt /) und auff einem ſehr hohen Felſen/ ſo mit ſtarcken Run⸗ deln/ Schantzen/ Lauff⸗und andern Graͤben/ uͤber die Maſſen kuͤnſtlich und wol verſehen/ und auffs herrlichſte gebauet. Inwendig iſt es mit den ſtattlichſten Zunmern/ Saͤulen und dergleichen/ praͤchtig gezieret. Hat ei⸗ nen anſehnlichen Marſtall/ gewaltiges Zeughauß/ und einen groſſentieffen Keller/ mit vieler Arbeit und Muͤhe/ in den Berg ge⸗ macht/ in welchem ſehr groſſe und weile Weinfaͤſſer, ſo mit eyſernen Raͤiffen/ von 300. und mehr Pfunden/ in den vorigen Zei⸗ ten/ umbgeben geweſen) und villeicht noch/ auß welchen man den Frembdendie beſte und aͤltiſte Wein/ vor dieſem/zu koſten geben hat. Es haben ſich zu Wuͤrtzburg viel Sachen zu⸗

mehr: wie dann oben im Eingang auch deß

getragen/ von denen Munſterus in Coſino-

gta-