von Herman Haupt 169
auf einen Pfeiler und auf ein Fenster auftreffen. An der südlichen Schmalseite des Bücherhauses sind in jedem Geschosse Holzgestelle von grölserer Tiefe zur Aufnahme der Groſsfoliobände angebracht worden. Im siebenten Geschoſs, das nur zum geringsten Teile in Gebrauch genommen wurde, haben ebenso wie an den nördlichen Schmalseiten der übrigen Geschosse die aus dem alten Bau herüber- genommenen Holzgerüste Wolff-Ebrardschen Systems Aufstellung ge- funden. Von der Ausführung von Ausstaube-Balkonen wurde mit Rücksicht auf die Einheitlichkeit der Auſsenarchitektur abgesehen. Als vollständig ausreichender Ersatz dienen die an jedem zweiten Fenster angebrachten, 87 em langen Auflegebretter, die sich um eine horizontale Achse drehen und nach Oeffnung der oberen Fensterhälften sich nach aufsen verlegen lassen. In gewöhnlicher Lage dienen die Bretter als Schreibepulte. Dem Zurückfliegen des ausgeklopften Staubs in den Bücherraum wird durch Vorhänge vorgebeugt, welche von den Fenster- pfeilern aus an einer an der Decke angebrachten halbkreisförmig ge- schwungenen Eisenstange um den Standort des Ausstaubenden sich herumzichen lassen. Die nahezu die ganze Geschoſshöhe einnehmenden eisernen Fenster des Bücherhauses sind— mit Ausnahme der Aus- staubefenster— feststehend mit nur einem Lüftungsflügel hergestellt und auf der Sonnenseite mit Kathedralglas, auf der Ostseite mit ge- wöhnlicher Verglasung versehen. Dem Verkehr innerhalb des Bücher- hauses dienen zwei eiserne Treppen mit Holztritten und ein elektrischer Aufzug, der zur Zeit nur zur Beförderung der Bücherwagen dient, aber so angelegt ist, daſs er unschwer sich für die gleichzeitige Beförderung eines Bücherwagens und eines Begleiters einrichten lälst. Zugleich als Nottreppe und zur Verbindung der Geschosse mit dem Dachraum des Verwaltungsbaus und des Bücherhauses dient ein im Hofe dem Bücherhause vorgelegter Turm mit steinerner Wendeltreppe; ein zweiter Treppenturm neben der Einfahrt in den Binnenhof vermittelt den Zu- gang zum Dachraum des östlichen Flügels des Verwaltungsbaus.— Das Bücherhaus wird elektrisch beleuchtet und zwar derart, dals die Lampen des Mittelgangs sowohl vom Eingang her, als von den Treppen aus schaltbar sind; in jedem Zwischengang zwischen den Doppelgestellen ist ferner eine vom Mittelgang aus schaltbare Deckenlampe angebracht, während die in jedem Geschosse an der südlichen Schmalseite an- gebrachten Tische mit elektrischen Stehlampen versehen wurden. Die höchsten und die niedrigsten Signaturnummern der auf jedem Doppel- gestell befindlichen Bücher sind auf Tafeln verzeichnet, die an den gegen den Mittelgang und die Seitengänge gekehrten Schmalseiten der Doppelgestelle angebracht sind; hierbei wurden auf Pappe gedruckte auswechselbare Ziffern verwendet. Aufserdem sind noch für jede Meter- abteilung der Gestelle(also jedesmal für 3— 6 Meterreihen) die niedrigsten und die höchsten Signaturnummern auf kleine Signatur- schilder handschriftlich verzeichnet worden; diese Schilder stecken, durch vorgelegte Gelatineplättchen gegen Verstaubung geschützt, in Blechrähmchen, die an die Vorderseite der Legebretter angeheftet sind.


