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Die Verbindlichkeit wahrer Christen, nach dem Muster Jesu, ihren Willem dem Göttlichen Willen zu unterwerfen : Wurde als ... Herr Johann Jacob Plitt ... am 5ten April 1773. durch einen seligen Tod diese Welt verlassen ... vorgestellet / von Johann Jacob Willemer ..
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¹ N,(30) derer, die die naͤheren Offenbahrung GOttes in der Heil. Schrift verwer⸗ fen, gedachte, ſo kam es aus der redlichen Geſinnung dem ausgebreiteten Verderben zu ſteuren, und andere davor zu warnen, welches auch nicht ohne Nutzen blieb. Seinen Vortrag, worinnen er Geſetz und Evangelium mit einander verband, begleitete der Herr mit manchem Seegen. Manche ſichere Suͤnder wurden in ihrem Suͤnden⸗Dienſt beunruhiget, und wel⸗ che der bekehrenden Gnade nicht Hindernuͤſſe in den Weg legten, wurden errettet. Denen Heuchleriſchen und Eigengerechten, entdeckte er ihren Be⸗ trug und ſuchte ſie zur wahren Buſe zu bewegen. Den Traurigen und Bekuͤmmerten redete er freundlich und hertzlich zu, ſo daß er ihnen die Liebe GOttes in Chriſto JEſu vor die Augen mahlte. Schenckte ihm GOtt manchmal die freudige Erfahrung, daß eine Seele errettet oder geſtaͤrcket wurde, ſo bewegte ihn dieſes zur ausnehmenden Ermunterung und Ver⸗ gnuͤgen. Die Sache ſeines Heylandes lag ihm an dem Herzen und denen, welche ihn ſuchten, war er gewiß mit Liebe zugethan. Suchte man ihm ein unrichtiges Bild von ſolchen zu machen, oder wohl gar ihrer Gottſelig⸗ keit hinderlich zu ſeyn, ſo war er gewiß dagegen und nahm ſich ihrer an. Sein Haus und Herz ſtunde denen die ſeines naͤheren Raths und Beyſtan⸗ des bedurften, offen. Sein zaͤrtliches und weiches Gefuͤhle, gerieth bey dem geiſtlichen und leiblichen Elend ſeines Naͤchſten gar bald in Bewegung, und ließ ſolche nicht ohne Huͤlfe und Troſt von ſich. Mußte er auch bey dem Bekaͤnntniß JEſu und Widerſtand gegen das Boͤſe, manche Leiden und Widerwaͤrtigkeiten erfahren, ſo folgte er der Regul ſeines Heylandes: ver⸗ geltet nicht Boͤſes mit Boͤſem. Sein Herz war viel zu zaͤrtlich und von der Religion JEſu zu ſehr belebet, als daß er nicht ſeine Feinde haͤtte ſeeg⸗ nen und fuͤr ſie beten ſollen. In ſeinem Umgang hatte er etwas angenehmes leutſeliges und munteres, welches ihm daher die Liebe der hieſigen Einwoh⸗ ner zuzog. Mit einer ſolchen redlichen Geſinnung verwaltete unſer Seliger ſein Amt. Hierzu dienete ihm aber ſeine ausgebreitete Gelehrſamkeit uͤber die Maaßen. Wer ſeine heraus gegebene Schriften geleſen, wird mit uns behaupten, daß er einer der angeſehenſten Theologen unſerer Zeit geweſen.

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