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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
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anbildung ihres eignen Geſchlechtes eigenes Urteil zu haben.

Die erſten Jahre des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnen⸗ vereins waren Jahre des Kämpfens und Ringens. Wohl hatte der Leipziger Kllgemeine Deutſche Frauenverein, hatten auch vereinzelte hochgeſinnte Männer und Frauen ihm in wei⸗ teren Rreiſen den Boden bereitet. Auf den Kampf um Er⸗ öffnung der Univerſitäten, der für die Lehrerinnen beſonders bedeutungsvoll war, komme ich noch zurück. Aber man war doch noch weit davon entfernt, wie ich vorhin ſchon erwähnte, auf Frauenwünſche irgendwie ernſtlich Rückſicht zu nehmen. Trotz alles Wohlwollens, das man in Regierungskreiſen, das man auch in Kreiſen der männlichen Fachgenoſſen den Lehrerinnen entgegenzubringen ſich bemühte, ſah man vielfach ihr ſelb⸗ ſtändiges Vorgehen, ihr entſchloſſenes Eintreten für ihre eigenen Intereſſen und für die Intereſſen der ihnen anvertrauten weib⸗ lichen Jugend als etwas Nie⸗Dageweſenes, Unerhörtes an, das man zu überſehen, zu unterdrücken ſuchte. Aber Dank der trefflichen Führung, Dank des einmütigen Zuſammenhal⸗ tens der in immer größerer Fahl entſtehenden Lehrerinnen⸗ vereine gewöhnte man ſich ſchließlich daran. Mehr und mehr verſtand man ſich dazu, auch die Lehrerin als einen Faktor anzuſehen, der auf dem Gebiete der Mädchenſchulpädagogik eigene Anſchauungen zu vertreten, mit dem man bei Ausgeſtal⸗ tung des Mädchenſchulweſens zu rechnen hatte.

1894 brachte den erſten Fortſchritt: eine Neuregelung des Mädchenſchulweſens von ſeiten des preußiſchen Kultusminiſte⸗ riums. Lehrpläne, an denen es bisher gemangelt hatte, wur⸗ den einheitlich für ganz Preußen gegeben. Die wiſſenſchaft⸗ liche Fortbildung der Lehrerin wurde geregelt, die Bedeutung ihrer Mitarbeit unumwunden anerkannt. Freilich blieb noch vieles zu wünſchen übrig. Kuf eine wirklich zeitgemäße Um⸗