Siies ReieSee
geſtaltung des preußiſchen höheren Mädchenſchulweſens warten, obwohl ſie immer wieder in ſichere Husſicht geſtellt wird, die Frauen noch immer vergebens. Noch immer iſt die höhere Mädchenſchule weit davon entfernt, ihrer dreifachen Kufgabe gerecht zu werden:„Die allgemeine Bildung der Frau unſerer Zeit auf eine ebenſo breite und ſolide Grundlage zu ſtellen wie die, auf der die höhere Knabenbildung beruht; der künf⸗ tigen Erzieherin und Leiterin eines haushaltes die beſonderen Einſichten und Intereſſen zu vermitteln, durch die ſie ihre Auf⸗ gaben in tieferem und weiterem Sinn aufzufaſſen lernt; den Unterbau für ein wiſſenſchaftliches Berufsſtudium zu geben“.
Um die einzelnen Forderungen des Kllgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins zu beleuchten, komme ich zunächſt noch ein⸗ mal kurz auf jene beiden in der Petition von 1887 enthal⸗ tenen Anträge zurück.
Punkt I verlangte, wie geſagt, vermehrten Einfluß der Lehrerinnen auf den Unterricht in der höheren Mädchenſchule, insbeſondere in den höheren Klaſſen und in den für die Er⸗ ziehung bedeutſamen Fächern.
Im Gegenſatz zu anderen Ländern, die der Frau auf die Erziehung weitgehenden Einfluß einräumen, liegt in Deutſch⸗
land der Lehrberuf vorwiegend in männlichen händen. Man zählte
in England(1891) 144 000 Lehrerinnen 51 000 Lehrer „Nordamerika(1880) 154 000 4 75 000„ „Italien(1881) 47 000 3 33 000„ „Frankreich(1891) 82 000 3 88 000„ „Deutſchland(1895) 66 138, 151 825„ an den preuß. Volksſchulen(1901) 13 758— 74 588„.
Als der Allg. Dtſch. Lehrerinnenverein ſeine Tätigkeit be⸗


