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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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gegründete LCyceum in Leipzig, verdient hier noch beſondere Beachtung. Seine Begründerin iſt Frau h. Goldſchmidt, zweite Vorſitzende und Mitbegründerin des Allg. Dtſch. Frauen⸗ vereins.Das Lyceum, ſo ſagt ſie,will der Idee dienen: das inſtinktive, paſſive Tun der Frau auf ihrem eigenſten Gebiete in ein bewußtes zu wandeln: es will die weibliche Jugend der wohlhabenden, der gebildeten Stände mit dem Wiſſen und Rönnen ausſtatten, das der Erziehungsberuf in⸗

nerhalb der eigenen Familie erfordert. Der Erziehungs⸗ beruf der Frau iſt als gleichwertig der Berufsbil⸗

dung des Mannes zu betrachten, er bedarf der Vor⸗ bereitung. Im Mittelpunkt des Unterrichts ſteht Erzie⸗ hungslehre, Geſchichte der Erziehung, Geſundheitslehre, Pſy⸗ chologie, Einführung in Fröbels Lehre und Methode. Das Lyceum ſteht in Zuſammenhang mit den Volkskindergärten die der 1871 gegründete Verein für Samilien⸗ und Volkser⸗ ziehung, deſſen Vorſitzende ebenfalls Frau henriette Gold⸗ ſchmidt iſt, ins Leben gerufen hat. Doch iſt das Cyceum, wie ähnliche in anderen Städten entſtandene Anſtalten(Peſtalozzi⸗ Fröbelhaus⸗Berlin, Comeniushaus⸗Caſſel) nur für ſchulentlaſ⸗ ſene Mädchen beſtimmt, kommt nur einer Minderheit beſon⸗ ders begünſtigter Mädchen zu ſtatten. Dem gegenüber hätte der Schmidtſche Plan den Vorzug, daß bei ſeiner Durchführung der Mehrzahl der Mädchen, ja, ſobald wir die obligatoriſche Fortbildungsſchule für die Dolksſchülerinnen oder hauswirtſchaft⸗ liche Unterweiſung derſelben in der Schule mit hinzurechnen, der geſamten weiblichen Jugend eine gewiſſe ſyſtematiſche Aus⸗ bildung für hausfrauen⸗ und Mutterberuf gegeben würde.

Soviel ſteht jedenfalls feſt: gehen die Meinungen über das Wie auch noch auseinander, daß eine derartige Kus⸗ bildung der Mädchen notwendig iſt, wird nicht mehr bezweifelt.