hüterin, ſondern nur die Gebärerin der künftigen Gene⸗ ration ſah, da viele Mütter vollſtändig vergaßen, daß die Fä⸗ higkeit, Kinder in die Welt zu ſetzen, ohne nachfolgende Er⸗ ziehung doch nur ein Ding von zweifelhaftem Werte ſei, ſo wurde auch der Mutterberuf von ſeiten der Frauenrecht⸗ lerinnen nicht ohne weiteres als ein hochſtehender anerkannt. Gar manche in der Bewegung ſtehende Frau gewöhnte ſich viel⸗ mehr— dem Durchſchnitts⸗Manne darin nachahmend— gering⸗ ſchätzig von hausfrauen⸗ und Mutterpflichten zu ſprechen. Der enge horizont des über Küche und Rinderſtube nicht hinaus⸗ blickenden Weibes wurde nicht nur unter den Männern zum Geſpött. Vereinzelt mit Recht, in vielen Fällen aber vollſtändig mit Unrecht ſah man auf die Nur⸗hausfrauen, Nur⸗Mütter herab, als wenn das praktiſche Sorgen zum Gedeihen der Rinder, zum Wohlbefinden der erwachſenen Samilienmitglieder nicht doch auch ein gutes Stück beitrüge, als wenn es nicht unent⸗ behrlich und darum nützlich und notwendig ſei.
Aber nur vereinzelt begegnen wir ſolchen extremen An⸗ ſchauungen, und die Einſeitigkeit und Enge, die wir mitunter bei Vertreterinnen und Verfechtern des Nur⸗hausfrauenberufs finden, macht, wie geſagt, ſolch ſchroffes Urteil in vielen Fällen verſtändlich. Im großen und ganzen ſehen wir, daß von An⸗ fang an von ſeiten der Anhängerinnen der Frauenbewegung auch für die Erziehung der Mädchen höherer Stände an dem feſtgehalten wird, was uns für die aus der Volksſchule ent⸗ laſſenen Mädchen unumgänglich nötig erſchien. Sie verlangten neben einer gründlichen Allgemein bildung, eine tüchtige Berufsbildung in einem Spezialfache, da niemand wiſſen könne, wie die Sukunft der Mädchen ſich geſtaltet. Dieſe müſſen aber auch für hausfrauen⸗ und Mutterpflichten vorbereitet werden, um ihre Aufgabe im hauſe voll erfüllen zu können.


