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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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er ſich aus dem Geſellſchaftsleben zurückzog. Viel ſchneller wurde die Schmach und Qual offenbar, die die immer älter wer⸗ denden Mädchen in den Ballſälen durchmachten, wo ſie als Mauerblumen ſaßen, unbeachtet, leiſe oder auch offenkundig verſpottet. Und ein Leben voller Enttäuſchung, voller fehl ge⸗ ſchlagener Hoffnung lag vor ihnen. Ob eine glücklich ver⸗ heiratete Frau, ob irgend ein im Beruf ſtehender Mann die Bitternis ermeſſen kann, die im herzen ſolcher alternder Mäd⸗ chen ſich ſammelte? Ob ſie ermeſſen können, welche Bedeu⸗ tung es hat für die Betreffenden ſelbſt und für unſer ganzes Volksleben, daß die Frauenbewegung den Cypus des al⸗ ternden Mädchens, der überflüſſigen, nutzloſen alten Jungfer nahezu vollſtändig beſeitigte?

Denn das wareins der erſten und haupt⸗ ziele der Frauenbewegung. Es galt der unverheirateten Frau Erwerbsmöglichkeiten, Arbeitsmöglichkeiten zu ſchaffen, ihre Berufsausbildung zu heben, ihr zu einem geſicherten, an⸗ geſehenen Platze im Leben zu verhelfen.

Wohl waren ſchon ſeit langen Jahren eine große Anzahl von Frauen berufsmäßig tätig. Aber als ungeſchulte Arbei⸗ terinnen mußten ſie ſich mit den ſchlechteſten Stellen, mit ge⸗ ringſter Beſoldung begnügen. Selbſt Arbeitsfelder, die der Frauenart in hervorragender Weiſe entſprachen ich erinnere nur an den Erziehungsberuf, wurden infolge mangelhaf⸗ teſter Vorbildung der weiblichen Kräfte faſt ausſchließlich vom Manne beanſprucht. Den Frauen aber, die nach beſſerer Vor⸗ bildung verlangten, hielt man vor, eine ſolche lohne ſich nicht für ſie. Beſſere Kusbildung ſei vollſtändig zwecklos, höchſtens geſundheitswidrig für Frauen. Die Natur habe ſie eben ge⸗ ringwertiger ausgeſtattet als den Mann, habe ſie zum Ertragen, zum Dulden beſtimmt, habe Weſen zweiter Ordnung aus ihnen