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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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ſtändige Entſchlüſſe zu faſſen, ſelbſtändig zu handeln, wuchs es heran. So formte ſich häufig genug durch eine ungeſunde, ſentimentale Backfiſchliteratur noch verſtärkt in ſeinem Ropfe das Phantaſiebild einer Welt, das dem wirklichen Leben durch⸗ aus nicht entſprach, ein Phantaſiebild, das zerſtob, ſobald der Ernſt des Daſeins rückſichtslos an die Schwärmerinnen heran⸗ trat, das den jungen Mädchen auch beim Eintritt in die Ehe bitterſte Enttäuſchungen bereitete.

Wenn die Rot ſolch junges, weltfremd erzogenes Geſchöpf zwang, allein ins Leben hinauszugehen, ſich ihr Brot ſelbſt zu verdienen, ſo fand ſie ſich nirgends zurecht, verſtand Ver⸗ trauenverdienendes nicht von Verderblichem zu unterſcheiden, wagte niemals, ſich auf eigenes Urteil, eigene Kraft zu ver⸗ laſſen.

Und noch ein anderes kam hinzu, um wiederum im Gegenſatz zu den Töchtern der arbeitenden Klaſſen die Mädchen der gebildeten Stände unfähig, unwillig zu ſelbſtän⸗ diger Lebensführung zu machen. Wiederum nichts anderes als ein falſches Ideal, ein undeutſches, ungeſundes, das leider noch heute in weiten Kreiſen ſtörende Wirkung übt.

Dem Mädchen aus dem Volke war Arbeit von jeher Pflicht, Arbeit oft einziger Lebensinhalt. Tüchtige Berufsar⸗ beiterinnen waren und ſind in den arbeitenden Volksklaſſen ſtets geachtet, auch als hausfrauen am meiſten begehrt.

Für eine Dame der höheren Stände dagegen ſchickte Ar⸗ beit ſich nicht. Der undeutſche BegriffDame ſchloß gerade⸗ zu jede nutzbringende, notwendige Arbeit, insbeſondere Er⸗ werbsarbeit oder auch praktiſches Angreifen im hauſe, aus. Arbeiten zu müſſen, wohl gar für Geld arbeiten zu müſſen, war etwas, vor dem eine Dame aus guter Familie unwillkür⸗ lich zurückſcheute. War es unabänderlich nötig, und in wie⸗