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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
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224 Dritte Modiftkation.

derſelben ſetze, zu welchem er zum Beſten der Kleinen gelangen wird, ſobald ſich mit ſeiner Kunſt noch ein rechtes Verhalten der Eltern gegen ihn verbindet. Denn nur auf dieſem Wege, durch dieſe Verbindung wird ihm die Liebe und Achtung der Zoͤglinge im rechten Maaſe zu Theil werden, ohne welches er die Erreichung ſeines Amtszwecks nie zu derjenigen Hoͤhe fuͤhren wird, von welcher herab er und die Eltern die angenehmſte Ausſicht auf die gewuͤnſchte Guͤte ihrer Kinder allein ge⸗ nießen koͤnnen und werden.

Durchaus duͤrfen es Eltern nicht im Minde⸗ ſten zulaſſen, daß Bediente und Hausleute dem Lehrer nicht mit gehoͤriger Achtung begegnen und ſie ſelbſt muͤſſen die ſchaͤndliche Sitte verachten, ſich durch das Geſinde nach dem Verhalten des Lehrers zu erkundigen und auf dieſe Weiſe ſelbſt zu Verlaͤumdungen Gelegenheit zu geben, zu wel⸗ chen ungebildete, rohe Menſchen geneigt ſind. Sie ſelbſt koͤnnen ja den Lehrer beobachten, um zu einem beſtimmten und gerechten Urtheile uͤber ihn zu gelangen und darnach ihre Maasregeln zu nehmen. Setzen ſie ſich denn aber nicht unter ihre Wuͤrde herab, wenn ſie ſich leiten laſſen von Kammermaͤdchen, gegen welche vielleicht der Herr Informator nicht galant hat ſeyn wollen, von Bedienten, denen ſich gleich zu ſtellen der Lehrer keine Neigung bezeigt? Dergleichen Miß⸗ griffe und falſche Mittel ſtiften allemal Uebel und haben ſchon oft den brauchbarſten Lehrer aus ſeiner Funetion vertrieben, eben, weil ſeine Recht⸗

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