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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
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Dritte Modifikation. 223

wuͤrdigungen ſchlaͤgt man ihn eben ſo nieder, als man ihn empoͤrt. Beide Gemuͤthsſtimmungen aber ſind keinesweges dazu geeignet, ihn ſeine Geſchaͤfte mit Ausdauer vollenden, mit Luſt und Kraft Schwierigkeiten beſtehen, Beſchwerden zum Beſten derer tragen zu laſſen, die ſich um ſeine Verdienſte nicht bekümmern, noch die Schaͤtzung derſelben durch ihr aͤuſſeres Verhalten zu erken⸗ nen geben.

Da die Kinder ſich nach ihren Eltern zu richten gewohnt ſind, ſo muß auf ſie der Ein⸗ fluß eines mit wenig Achtung gegen den Lehrer verbundenen Verhaltens vom nachtheiligſten Ein⸗ fluß ſeyn und der Wirkſamkeit deſſelben ein Hin⸗ derniß in den Weg legen, welches ſchwieriger zu beſeitigen iſt, als jedes andre, das in den aͤuſ⸗ ſern Umſtaͤnden der Familie liegen kann. Der Hauslehrer muß vor den Kindern mit aller der Achtungswuͤrdigkeit bekleidet ſeyn, die dem Stell⸗ vertreter ihrer Eltern gebuͤhrt. Das Verhalten dieſer muß jenen eine Anweiſung werden, denſel⸗ ben zu ehren, wie den Vater, weil er an ihnen thue, was dieſer nicht koͤnne, denſelben zu ſchaͤ⸗ tzen, wie die Mutter, weil er in ihnen wirke, was dieſe nicht vermoͤge. Muͤndlicher Anweiſung bedarf es dazu gar nicht; der Eltern Betragen iſt hinlaͤnglich Regel und Gebot fuͤr dieſe. Ver⸗ ſteht es auch der Lehrer, ſich ſelbſt Achtung und neben dieſer Liebe und Zutrauen zu erwerben, ſo wird es doch alle ſeine Kunſt nicht bewirken koͤn⸗ nen, daß er ſich in dem Grade in den Beſitz