220 Dritte Modifikation.
ten und Betragen, voll aͤchten Gefuͤhls fuͤr ſeine Wuͤrde, erfuͤllt von Eifer und Fleiß fuͤr ſeinen Beruf ſey. Iſt er dies, und Eltern bedenken, weſſen Stelle er vertreten ſolle, uͤberlegen, daß es die ihrige ſey: ſo muͤßte wahrlich kein Funken Schaͤtzung ihrer ſelbſt in ihnen glimmen, wenn ſie ihren Stellvertreter nicht ſo achteten und ach⸗ ten ließen, wie es ihnen das Bewußtſeyn ihres eigenen Werths ſagt. Arbeitet er an ihrer Statt, uͤbernimmt und erfüllt er heilige Pflichten, welche Gott und die Natur ihnen uͤbertragen hat: ſo ſtellt er in ſeinem Wirkungskreiſe ihre Perſon vor. Alle Ehre, die ihm erzeigt wird, iſt ihnen ertheilt; jeder Mangel an Achtung gegen denſel⸗ ben iſt eine Beſchimpfung, die man ihnen an⸗ thut. So einleuchtend richtig dieſes iſt: ſo ge⸗ neigt wird auch jeder vernuͤnftige Vater, jede verſtaͤndige Mutter ſeyn, dem Lehrer ihrer Kin⸗ der eine Achtung zukommen und erzeigen zu laſ⸗ ſen, die der ihnen gebuͤhrenden Achtung ange⸗ meſſen iſt,— ſo ſtark werden ſie es als Belei⸗ digung ihrer ſelbſt aufnehmen, was im Verhal⸗ ten Anderer darauf abzweckt, den Lehrer herab⸗ zuſetzen und unwuͤrdig zu behandeln. Ueberdem ſind ſie demſelben Dankbarkeit ſchuldig. Denn das Honorar iſt nur eine Art von Erkenntlichkeit, durch welche es ihm moͤglich gemacht wird, zu beſtehn. Der gute Wille fuͤr ſeine Beſtimmung, die Treue in ſeinem Beruf, die Gewiſſenhaftig⸗ keit in ſeiner Sorge fuͤr bie Kinder koͤnnen nicht bezahlt werden; er ſoll und will auch kein Mieth⸗


