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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
Entstehung
Seite
218
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218 Dritte Modifikation.

koͤnnte, muß endlich einen druͤckenden Schmerz in ſeinem Innern erregen, der ihn mit Niedergeſchlagenheit arbeiten laͤßt und mit Er greifung der guͤnſtigern Gelegenheit zur Verbeſſe⸗ rung ſeiner Umſtaͤnde*) aus einem Hauſe trei⸗ ben wird, wo es ſich deutlich ausſpricht, daß man die Wuͤrde einer Perſon und deren Verdienſte nach den Procenten berechnet, die man gerne von jedem Unternehmen ziehen möchte, aus einem Hauſe, wo er vielleicht wahrnimmt, daß man Kinder, Gewaͤchſe und Thiere in eine Klaſſe wirft und daher einen Waͤrter, wie den andern, ſchaͤtzt und beſoldet.

9) Eltern ſollen ſelbſt dem Hausleh⸗ rer mit Achtung begegnen und die⸗ ſelbe bei Kindern und Hausleuten befoͤrdern.

Ein Hauslehrer, ſo ſchaͤtzbar ihm auch ein den Vermoͤgensumſtaͤnden der Eltern ſeiner Zoͤg⸗ linge angemeſſenes Honorar ſeyn muß, wuͤrde dennoch einen unleugbaren Beweiß niedriger Den⸗ kungsart ablegen, wenn es ihm blos um einen moͤglichſt groſſen Gehalt zu thun waͤre, ohne da⸗ bei auf eine allgemeine und ſeinem Amte entſpre⸗

*) Wer wuͤnſcht dieſe nicht? Obſchon Mancher lange in einem Hauſe bleibt, wo er gegen andre Stellen, die er bekommen koͤnnte, niedriger beſoldet wird, dies aber nach den Vermoͤgensumſtaͤnden der Eltern nicht als Geringſchaͤtzung anzuſehen hat.