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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
Entstehung
Seite
216
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216 Dritte Modifikation.

ſetzen, auch mit wenigerer Einſicht in die Unter⸗ richtskunde, mit weniger Geſchmack und geringe⸗ rer Fertigkeit an der Bildung und Erziehung ih⸗ rer Kinder wird arbeiten koͤnnen. Je mehr ihm Gelegenheit wird, ſeine Seelenkraͤfte zu heben und ſich durch fortgeſetztes Studiren fuͤr einen weitern Wirkungskreis tauglicher zu machen: deſto ſichtbarer und erfreulicher wird der Einfluß einer ſolchen Fortbildung auf den Kinderunterricht ſeyn. Denn ſind, aus Mangel an literariſchen Huͤlfs⸗ mitteln, des Lehrers Geiſteskraͤfte in den Haupt⸗ faͤchern des Wiſſenswuͤrdigen im Ruͤckſchreiten be⸗ griffen, ſo wird von der Thaͤtigkeit ſeines Gei⸗ ſtes auch zum Beſten der Kinder nicht viel zu erwarten ſeyn. Ein von mehrern Seiten ſich aus⸗ bildender Hauslehrer wird mehr leiſten allemal wollen und koͤnnen, als ein anderer, der aus Mangel an Einkommen nicht fuͤr das Fortſchrei⸗ ten ſeiner intellectuellen Bildung ſorgen kann, daher fuͤr das Studiren nach und nach den Sinn ſchwaͤcht, fuͤr Geiſtesanſtrengungen abgeſtumpfter wird und nun auch nothwendig laſſer, bequemer und unthaͤtiger in ſeinem Amte werden muß, das des Studirens nicht entbehren, ohne Geiſtesan⸗ ſtrengung nicht gehoͤrig gefuͤhrt werden kann. So iſt es demnach Sache und Vortheil der El⸗ tern, zu ſorgen, daß der Hauslehrer neben den koͤrperlichen auch ſeine literariſchen Beduͤrfniſſe befriedige, auch zugleich deswegen, damit er auch in Nebendingen der ſeyn koͤnne, als wel⸗ chen man ihn bei ſeiner Annahme zugleich wuͤnſchte.