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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
Entstehung
Seite
213
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Dritte Modifikation. 213

benen Gutes auf eine Weiſe zu verlieren, die ihn hoͤchſt kraͤnken muß, einen Verluſt zu erleiden, den er auf keine Weiſe wieder zu erſetzen andre Mittel in Haͤnden hat, als neue Spielverſuche. Dadurch aber wird er vielleicht ein Sklave der Spielſucht, eines Daͤmons, der ihn in ſeinem kuͤnftigen Verhaͤltniß, welches doch gewoͤhnlich das eines Pfarrers iſt, weder der Wuͤrde ſeines Amtes, noch auch wol ſeiner Einnahme gemaͤß, einem Vergnügen froͤhnen laſſen wird, das im gewoͤhnlichen Styl unter aller Critik iſt, deſſen vernuͤnftige Einſchränkung in geſellſchaftlichen Zirkeln, ſowol wegen der Maximen, aus denen es gewoͤhnlich betrieben wird, als wegen ſeiner Wirkungen nicht laͤnger unter die frommen Wuͤn⸗ ſche gehoͤren ſollte. Glaubt man nun aber den Hauslehrer durchaus in Hausgeſellſchaften benuͤ⸗ tzen und, weil man denn dieſe ohne Karten⸗ und Wuͤrfelſpiel nicht weiter mehr zu unterhalten weiß, auch beim Spieltiſch anſtellen zu duͤrfen: ſo er⸗ theile man ihm auch das Recht, uͤber eine Spiel⸗ kaſſe diſponiren zu koͤnnen, die der Hausherr haͤlt, dem zu Gefallen und Ehren der Lehrer ſpielen muß. Iſt freilich dieſer ſelbſt ein Spie⸗ ler, der das Spiel ſucht, ſo mag er ſehen, wie er zurechte kommt; hier iſt die Rede von einem ſolchen, der aus eigner Entſchließung nie ſpielt, ſondern ſolches nur dem Hausherrn zu Gefallen thut, um denſelben nicht in Verlegenheit zu ſetzen, wenn er nichts zur Unterhaltung ſeiner Geſell⸗ ſchaft aufzubringen weiß, als Karten⸗ und Wuͤr⸗