Dritte Modifikation. 211
Die Beduͤrfniſſe des Hauslehrers richten ſich genau nach dem Aufwand und Lurus, nach den Verbindungen und dem Tone des Hauſes, in dem er angeſtellt iſt. Darnach beſtimmt ſich auch der Grad, bis zu welchem er in der Be⸗ friedigung der aͤuſſern Beduͤrfniſſe hinaufſteigen muß, ſoll er anders ſich immer mit Ehren pro⸗ duciren koͤnnen. Er ſelbſt fuͤhlt ſich geehrter, wenn er, ſeinem Verhaͤltniß gemaͤß und in Ue⸗ bereinſtimmung mit ſeinem Gehalt, in ſeiner Kleidung dem Grade des Luxus entſprechen kann, der im Hauſe eingefuͤhrt iſt, im Gegentheil aber beſchaͤmt, wenn er aus Unzureichbarkeit des Ho⸗ norars am ſchlechteſten im Anzuge erſcheinen muß. Die Beſchaffenheit des letztern kann El⸗ tern ſelbſt nicht gleichguͤltig ſeyn; es muß ihnen vielmehr gefallen, wenn der Lehrer bemüuͤht iſt, immer ſo zu erſcheinen, daß ſie ihn ohne Schaam⸗ roͤthe oͤffentlich als den Lehrer ihrer Kinder an⸗ erkennen und in Geſellſchaften nennen koͤnnen. Allein eben deswegen kann es auch von ihnen gefordert werden, ihn durch Gehalt in den Stand zu ſetzen, durch ſein Aeuſſeres der Familie Ehre zu machen. Daſſelbe wird zugleich auf eine ſehr wahrnehmbare Art auf die Kinder wirken, indem dieſelben vor einen immer ordentlich und gut ge⸗ kleideten Lehrer mehr Achtung haben, als vor dem, der in ſeinem Anzuge die Aermlichkeit ſei⸗ nes Einkommens blicken zu laſſen genoͤthigt iſt. Dies fuͤhrt mich aber auch auf eine Bemerkung, die ich bei dieſer Gelegenheit nicht unterdruͤcken
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