Dritte Modifſikation. 209
nur, was ein Honorar von vierzig bis ſechszig Thalern iſt, fuͤr welches hie und da Hauslehrer arbeiten! Man ſtelle eine Vergleichung eines ſolchen Honorars mit dem Lohne eines in der Oeconomie des Hausherrn angenommenen Dieners an! Welchen Unterſchied wird man wahrnehmen? Nothwendig muß daher die Beſtimmung des Ho⸗ norars auf junge, gebildete und gelehrte Maͤn⸗ ner einen gewaltigen Eindruck machen und Eltern der Gefahr eines fortwaͤhrenden Wechſels der Leh⸗ rer, bei dem die beſſern immer verloren gehen, ausſetzen oder entziehn. Sie ſelbſt koͤnnen ohn⸗ moͤglich im Voraus einen guten Begriff von einem jungen Mann bekommen, der ſich fuͤr jeden Preis zur Befoͤrderung ihrer Zwecke hingeben will, je mehr ſie vorausſetzen koͤnnen, daß ihre Wohl⸗ habenheit oder ihr Reichthum dem Publi⸗ kum bekannt ſind. Sollte aber auch beides bei ihnen nicht angetroffen werden, ſo muß doch der Hauslehrer wahrnehmen, daß ſein Honorar bil⸗ ligerweiſe nicht geſteigert werden darf, wenn die Familie auf andern Seiten nicht empfindlichen Abbruch in pflichtmaͤßiger Befriedigung ihrer Be⸗ duͤrfniſſe erleiden ſoll. Es muß ſich nur er⸗ ſehen laſſen, daß man ihn wie ein zur Familie gehoͤriges Glied ehren und mit den uͤbrigen in einen verhaͤltnißmaͤßi⸗ gen Genuß der haͤuslichen Vortheile ſetzen wolle. Iſt anders Achtung gegen ſich ſelbſt in ihm nicht voruͤbergehendes Gefuͤhl und die Schaͤtzung ſeines Amtszwecks nicht blos durch 44


