208 Dritte Modifikation.
ehren, die ſich derſelbe um die Familie erwerben ſoll. Je mehr man von der Wichtigkeit ſeiner Perſon uͤberzeugt iſt, je richtiger man den Zweck⸗ der Kindererziehung erkannt hat und von Achtung deſſelben erfuͤllt iſt, je groͤſſer daher auch die Bereitwilligkeit ſeyn muß, denſelben durch die dienſtſamſten Mittel zu realiſiren: deſto geneigter wird man auch ſeyn, deſto tiefer die Pflicht em⸗ pfinden, den Hauslehrer auf eine wuͤrdige und dankbare Art zu beſolden. Er iſt ein Mann, den Eltern an ihre Stelle ſetzen, weil er ſich darbietet, ſeine Kenntniſſe und Kraͤfte auf die Herbeifuͤhrung der Moralitaͤt und Nuͤtzlichkeit fuͤr die Welt in ihren Kindern zu verwenden, einen theuern Theil ſeines Lebens, die Bluͤthe ſeiner Jahre, den jugendlichen Muth ſeines Wil⸗ lens fuͤr die Kinder hinzugeben, denen er nach der Eltern eigenem Urtheil unentbehrlich iſt. Er wird aus dieſem Grunde auf eine Zeit Mit⸗ glied der Familie. Darum ſollen Eltern auch durch das Honorar zeigen, daß ſie ihn auch in Hinſicht des Genuſſes der Vortheile, welche die Familie in ihrer Gewalt hat, dafuͤr erkennen und erkannt wiſſen wollen. Allein die Bereitwil⸗ ligkeit hierzu iſt in vielen Familien um ſo we⸗ niger ſichtbar, als das Honorar des Lehrers ge⸗ woͤhnlich in einem viel zu niedrigen Verhaͤltniß mit den Vermoͤgensumſtaͤnden derſelben ſteht; und man kann beinahe aus dem Gehalte deſſelben ſchon ſchließen, in welcher Qualitaͤt er in der Familie aufgefuͤhrt werden ſoll. Man bedenke


