Dritte Modifikation. 203
nachkommen, daß ſie ſich die noͤthigen Bemer⸗ kungen von dieſem im Beiſeyn der Kinder machen laſſen, die Urtheile deſſelben mit aͤchtem Gerech— tigkeitsſinn aufnehmen, ſich ſorgfaͤltig huͤ⸗ ten, Mißfallen merken zu laſſen, wenn etwa ihren Lieblingen das gewuͤnſchte Lob nicht wider⸗ faͤhrt, ſich auffallende Aeuſſerungen hieruͤber zu erlauben, und das getadelte Kind in des Lehrers Abweſenheit als ein zu Hartbehandeltes zu be⸗ dauern. Durch dergleichen Fehler wuͤrden ſie es bald dahin bringen, daß die Kinder den Lehrer als ihren Feind anſaͤhen, dem zu gehorchen und Liebe zu beweiſen, endlich alle Bereitwilligkeit verſchwinden muͤßte. Weisheit muß hier die Re⸗ gierung fuͤhren, nicht Vorurtheil und Laune. Man muß ſich, um richtig zu urtheilen, genau richten nach ſolchen Hoffnungen, die man ſich nach den erfahrungsgemaͤßen Faͤhigkeiten eines jeden Kindes von ſeinen Fortſchritten im Guten und Nuͤtzlichen machen darf, nach der Reitzbar⸗ keit der Gefuͤhle, nach der Neigung und Begierde nach Lob und Ehre oder der etwaigen Gleichguͤl⸗ tigkeit gegen beide im Kinde. Sorgfaͤltig muß man ſich huͤten, dem faͤhigen Kopf einen Duͤnkel
zu bereiten und den Langſamen mit Mißtrauen gegen ſeine Faͤhigkeiten zu erfuͤllen, indem ſonſt jener zu einem unertraͤglichen Ignoranten oder Prahler, und dieſer zu einem mißlaunigen, ver— droſſenen, zu nichts von Bedeutung faͤhigen Men⸗ ſchen verzogen werden wird. Lob und Tadel brauchen nur in wenigen, aber gediegenen Wor⸗


