200 Dritte Modifikation.
Schwierigkeit, unter dem Monde rein gut zu handeln, bei den Berufsgeſchaͤften und Handlun⸗ gen der Kinder auch auf Beweggruͤnde denkt, auf moraliſche Reizmittel, um ſeine Schuͤler auf dem Wege der Geſetzmäßigkeit zur Moralität zu fuͤhren. Kinder ſind mehr ſinnlich, als vernuͤnf⸗ tig; und nur mit der, ſtaͤrker und ſtaͤrker ſich entwickelnden, und nach und nach ſich emporhe⸗ benden Kraft der Vernunft, den Willen zu be⸗ herrſchen, muß man daher den Einfluß der Be⸗ weggruͤnde auf ihr Verhalten weiſe mindern, ſie zu dem Bewußtſeyn der Wuͤrde bei erfuͤllter Pflicht zu erheben ſuchen, um aus eignem, freien Entſchluß ihre Schuldigkeit zu thun. Wol⸗ len wir daher Kinder durchaus gewoͤhnen, daß ſie ſchon in ihrem ſechſten bis zehnten Jahre ihre Arbeiten blos aus Pflicht verrichten, ohne ſie auf irgend einen angenehmen Gewinn davon hin⸗ ſehen zu laſſen: ſo werden wir ihnen in dem Mangel an Aufmerkſamkeit und in dem Mangel an weiſem Lobe und Tadel Anderer eins der anreitzendſten Mittel entziehen, ihre Seelenkraͤfte zu erregen und in Lebensthaͤtigkeit zu bringen. Wer ſeinen Beruf blos aus Pflicht erfuͤllt, hat den weitausſehenden Zweck, reine Moralitaͤt in ſich zu befoͤrdern und zu erhoͤhen. Kinder, noch unfaͤhig, weit entfernte Zwecke ſich ſo vorzuſtel⸗ len, daß ſie durch dieſelben zu einer lebhaften Thaͤtigkeit beſtimmt wuͤrden, werden vielmehr mit Langſamkeit und einer Art von Verdroſſenheit ar⸗ beiten, weil jene Zwecke ihnen noch viel zu dunkel


