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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
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Dritte Modifikation. 199

Kraft noch an Muth mangeln, was er ange⸗ fangen hat, durchzuſetzen, und ſich nicht durch ſcheinbare Bedenklichkeiten von dem abſchrecken zu laſſen, was er fuͤr noͤthig erachtete und in Uebereinſtimmung mit den Eltern angeordnet hat. Schwierigkeiten duͤrfen nicht ſogleich ſeine Kraft laͤhmen, das Begonnene zu enden. Wie will er ſonſt mit ſeinem Beiſpiele den Eltern vorangehen und in dieſen das Ehrgefuͤhl wenigſtens wecken, nicht zuruͤckzubleiben? An ihm darf es gar nicht liegen, wenn der Zweck einer Verabredung nicht erreicht wird und die geforderte Treue Anderer in Erfuͤllung derſelben darf nie an dem Mangel ſeines Eifers einen Anſtoß finden.

7) Man laſſe ſich die von den Kindern geforderten Arbeitenoft vorlegen, beurtheile ſie in deren Beiſeynoder laſſe ſolches den Lehrer thun.

Es iſt ganz gut, wenn man Kinder gewoͤh⸗ nen will, erhaltene Aufgaben auch ohne Ruͤckſicht auf Notiz, welche andre Perſonen auſſer dem Lehrer davon nehmen ſollen, zu vollenden, um es in ihnen zur Geſinnung zu erheben, Berufs⸗ arbeiten, denn als ſolche muͤſſen ihnen alle Schul⸗ geſchaͤfte vorgeſtellt werden, aus Pflicht zu vollbringen. Allein, man erwarte nur nicht von Kindern, was doch oft in Maͤnnern nicht ange⸗ troffen wird, daß ſie ſich durch die bloſſe Vor⸗ ſtellung der Pflicht regieren laſſen ſollen, tadle den Erzieher nicht, der, wohlbekauut mit der