198 Dritte Modifikation.
wird, zu realiſiren, was ihr hoͤchſter Wunſch und Ruhm iſt.
Gewoͤhnlich nehmen Eltern die Miene an, als wenn ſie dem Lehrer einen Gefallen erzeigen, daß ſie ſeinen Rathſchlaͤgen geneigtes Gehoͤr lei⸗ hen und dieſelben ausfuͤhren zu helfen verſpre⸗ chen. Daher auch die ſauern Geſichter, die ſchee⸗ len Mienen, die unnuͤtzen aus der Luft gegriffe⸗ nen Bedenklichkeiten, welche dem Lehrer oft ent⸗ gegengeſetzt werden, wenn er das Herz hat, die Vernachlaͤſſigung der Verabredungen zu erwaͤhnen. Ihm wird man mit einer treuen Erfuͤllung der⸗ ſelben doch wahrlich nicht nuͤtzlich; denn der Ge⸗ winn davon kommt nicht ihm, ſondern den Kin⸗ dern zu Gute. Um ſo thoͤriger und zweckwidri⸗ ger iſt es, von des Lehrers Wirkſamkeit alles Gute zu fordern, und doch die genannte fuͤnfte und ſechſte Bedingung nicht erfuͤllen zu wollen.
Kann aber nicht biswellen der Ruͤcktritt der Eltern von geſchehenen Verabredungen nicht da⸗ durch erzeugt werden, daß dieſelben unausfuͤhrbar ſind?— Der Lehrer hat es freilich auf ſich, obige Verabredungen in der vollen Ueberzeu⸗ gung einzuleiten, daß er wirklich etwas Zweck⸗ maͤßiges vorſchlage und daß ſeine Vorſchlaäͤge ausfuͤhrbar ſeyen. Ja, dies iſt ja eben ein Zweck der Unterredung, durch allſeitige, ruhige, ver⸗ nuͤnftige Betrachtung eines Vorſchlags von deſſen Zweckmaͤßigkeit und Ausfuͤhrbarkeit im Voraus uͤberzeugt zu werden! Kommt es darauf zur Aus⸗ führung, ſo darf es dem Lehrer ſelbſt weder an


