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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
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Dritte Modifikation. 197

Lehrer glauben zu laſſen, man wolle an ſeinen Unternehmungen thaͤtigen Antheil nehmen, ihn aber durch fehlgeſchlagene Hoffnung von fernern laͤſtigen Antraͤgen abzuhalten? Entdeckt er z. B. den maͤchtigen Einfluß der Hoffnung, in Geſell⸗ ſchaft gebracht zu werden, auf die Anſtrengung eines Kindes, ſeine Schuldigkeit zu thun: ſo glaubt er davon Gebrauch machen zu muͤſſen, um eine vorhandene Neigung zur Traͤgheit zu ſchwaͤchen und zu unterdruͤcken. Ertheilte ihm nun eine Unterredung mit den Eltern das Recht, dem traͤgen Kinde mit Ausſchließung von der Geſellſchaft zu drohen: ſo wird er ſeine gute Abſicht gaͤnzlich verfehlen, am Ende laͤcherlich

werden, wenn Eltern wider ihre zugeſicherte Beihuͤlfe durch Weinen und Flehen ſich bewegen laſſen, das Kind dennoch in Geſellſchaft mitzu⸗ nehmen. Von aͤhnlichen Beiſpielen führen viele Hauslehrer ganze Regiſter als traurige Beweiſe auf, wie nachtheilig es werden muß, wenn El⸗ tern die mit dem Lehrer getroffenen Verabredun⸗ gen nicht treulich erfuͤllen. Derſelbe verliert am Ende Treue und Glauben, alle Achtung bei den Kindern, wird muthlos, irgend eine ſeiner guten Abſichten durch der Eltern Beihülfe unterſtuͤtzen zu laſſen, weil er nicht geachtet ſieht, was doch redliche Eltern mit innigſtem Eifer befoͤrdern, um deſſen willen ſie Gott danken ſollten, daß ihren Kindern ein Lehrer zu Theil ward, dem Kopf und Herz zur rechten Zeit zu Gebote ſtehen, durch deſſen Beirath und Huͤlfe es ihnen moͤglich