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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
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Seite
195
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Dritte Modifikation. 195

O moͤchte doch allen Hauslehrern das Gluͤck zu Theil werden, in Familien zu kommen, wo kein Stolz der Eltern aller Annaͤherung zur Gleich⸗ heit im Denken und Urtheil einen Schlagbaum vorzieht, wo kein eingeſogenes Vorurtheil ſo ein⸗ geroſtet iſt, daß die Vernunft nicht einen Hebel finden koͤnnte, welcher den Sinn fuͤr Wahrheit emporhuͤbe, wo Niemand Neigungen und Gewohn⸗ heiten mehr treu bleiben mag, ſo bald dieſelben in der Bloͤſe der Thorheit und Unvernuͤnftigkeit erſcheinen. Moͤge die Zeit bald kommen, wo Hauslehrer zum Genuß des ſeltenen Gluͤcks all⸗ gemein und uͤberall gelangen, ihren Untergebe⸗ nen auch dadurch als achtungswerth dargeſtellt zu werden und als nicht entbehrlich, daß man ſie wuͤrdiget, auch ihren Rath zu hoͤren, ihre Ideen zu unterſuchen und denſelben Gerechtigkeit wiederfahren zu laſſen, auch ihre Grundſaͤtze zu ehren, ſobald deren Vernuͤnftigkeit nicht zu leug⸗ nen iſt. Moͤgen aber auch alle Hauslehrer eines ſolchen Gluͤcks durch Geiſtes- und Herzensbildung, durch ſtandhaften Eifer fuͤr ihren Beruf, durch thaͤtige Achtung fuͤr den Inbegriff ihrer Pflichten ſich wuͤrdig zu machen wiſſen, wuͤrdig zu nennen ſeyn!

6) Man erfuͤlle mit Treue die zum Beſten der Kinder mit dem Lehrer getroffenen Verabredungen.

Der Hauslehrer, welcher ſein Amt nicht zum bloßen Erwerbsmittel herabwuͤrdigt, ſondern als 13