194 Dritte Modifikation.
mannichfaltig nuͤtzlichen Menſchen bilden will. Dann wird die Mutter aus den Toͤchtern nicht eitle, dem aͤußern Schein ergebene, nur in Schau⸗ arbeiten geſchickte und nach auswendig gelernten Phraſen plappernde Puppen ziehen wollen, ganz im Widerſpruch mit dem Lehrer, der die Toͤchter zu Frauenzimmern bilden moͤchte, die mit dem Natuͤrlichen auch Anſtand und Schicklichkeit ver⸗ ſtaͤndig zu verbinden wiſſen, die wahre Wuͤrde des Weibes erkennen und nach dieſer ſich verhal⸗ ten, und welche nicht blos einen Ruhm darinne ſuchen, durch kuͤnſtliches Stricken und maleriſche Stickereien ſich Elogen zu erkaufen, ſondern auch durch Haͤuslichkeit, Arbeitſamkeit, durch die zur Fuͤhrung einer Haushaltung noͤthigen Wiſ⸗ ſenſchaften Achtung zu erwerben verſtehen, ſo wie durch eigene Gedanken und Urtheile ihre reelle Bildung zu Tage legen. Durch ruhige Un⸗ terredungen werden Eltern und Lehrer den Weg zur richtigen Einſicht in das ganze Erziehungs⸗ weſen finden, von dieſer bereitwillig gemacht werden, ſich gegenſeitig mit Liebe und Schonung, Achtung und Dankbarkeit unter die Arme zu grei⸗ fen, auch dann, wenn ja Eins von ihnen irrend einmal einen falſchen Weg einzuſchlagen im Be⸗ griff ſtuͤnde. Durch Offenheit und Aufrichtigkeit in Mittheilung ihrer Bemerkungen finden ſie den Weg zu ihren Herzen, bringen ſie ihre Gefuͤhle und Empfindungen in gleiche Stimmung, und erwerben ſie ſich die Fertigkeit, dieſelben rein nach veſten, richtigen Tacte wirken zu laſſen.


