Erſte Modifikation. 39
ſtimmung des Menſchen und Buͤrgers gelte. Um ihr Werk nicht ſinken zu laſſen, werden ſie alle ihnen zu Gebot ſtehenden Kraͤfte aufbieten, nichts vernachlaͤſſigen oder nur halb gebrauchen, was ihnen eigene Ueberzeugung als nuͤtzlich und gut anrathe, um die Ihrigen zu dem großen und ſchoͤnen Ziele anzuleiten, dem Ziele der wahren Menſchenbildung, deſſen Hoͤhe ihre Idee vielleicht erreicht, deſſen Weite ihr Verſtand vielleicht aus⸗ gemeſſen habe, deſſen Erreichung ihnen der glaͤn⸗ zendſte und wuͤrdigſte Triumpf ihres Lebens wer⸗ den ſoll! Alſo— meint man!—
Wir haben geſehen, daß es Eltern noͤthig haben, nicht alle fremde Berathung auszuſchla⸗ gen, nicht jedes Urtheil Anderer ſich zu verbitten und zu verwerfen. Thun ſie nun dieſes, ſo wer⸗ den ſie auch dann mit aller Kraft auf ihren Er⸗ ziehungsplan beharren, wenn auch derſelbe der unvernuͤnftigſte von der Welt ſeyn ſollte. Kann nicht bei Eltern der Fall eintreten, daß alles ihr Beſtreben bei Erziehung der Kinder nur ein Huͤlfs⸗ mittel werden duͤrfte, ererbte Vorurtheile nicht verloren gehen zu laſſen, veraltete oder ſelbſt er⸗ zeugte Irrthuͤmer durch neue Verehrer zu verbrei⸗ ten, Thorheiten der Vorvaͤter, im neuen Ge⸗ wande vielleicht nur aufgeſtutzt, tief in die Her⸗ zen der alles glaubenden Kleinen zu verpflanzen? dadurch die herrlichen Anlagen zum freien Urthei⸗ len und Forſchen, zum richtigen Witz und Ge⸗ ſchmack, die freie moraliſche Thaͤtigkeit und eine vom Aberglauben freie Religioſitaͤt unentwickelt,


