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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
Entstehung
Seite
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36 Erſte Modiftkation.

fallen umſpringen kann. Faͤngen nun Eltern an, wie es ſogar haͤufig der Fall iſt, ihre Kinder an ernſtere Beſchaͤftigungen zu fruͤh gewoͤhnen zu wollen, ſo aͤrgern ſie ſich, wenn die kleinen Men⸗ ſchen dabei unachtſam, zerſtreut, verdruͤßlich wer den, gaͤhnen oder deutlich verrathen, daß ſie ſich in Gedanken mit ganz andern Dingen beſchaͤfti⸗ gen. Sie meinen nun, Fug und Recht zu ha⸗ ben, die lebhafte Stoͤhrerin Einbildungskraft, um der zum Nachdenken noͤthigen Ruhe des Gei⸗ ſtes willen, moͤglichſt einſchraͤnken zu muͤſſen. Es geht dabei nicht ohne Gewalt ab; aber es gelingt, das Kind zur Ruhe zu bringen. Die Einbildungskraft iſt bald niedergedruͤckt; mit ihr aber auch die Lebendigkeit des Kindes verloren und ein Hauptreizmittel zur lebhaften, kraͤftigen, wirkſamen Thaͤtigkeit in ihm unwirkſam gemacht; es wird ſtille und denkt nun gar nichts mehr. Man verwechſelte die natuͤrlichen und, bei rich⸗ tiger Leitung, heilſamen Aeußerungen der Ein⸗ bildungskraft mit Flatterhaftigkeit und Mangel an guten Willen zur Thaͤtigkeit.

Wie nun? wenn Eltern dergleichen Mißgriffe in Beurtheilung ihrer Kinder und deren Beſchaf⸗ fenheit thun? ſich durch dieſelben in der Behand⸗ lung der Kleinen leiten laſſen? werden ſie dann faͤhig ſeyn, dieſelben nach der erſten Modifikation zu erziehen? Und uͤberhaupt, koͤnnen denn El⸗ tern ſchlechthin behaupten, daß ſie vor falſchen Beobachtungen und Schluͤſſen, vor Fehlern in Unterſuchung der Beſchaffenheit der Kinder, wor⸗