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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
Entstehung
Seite
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Erſte Modifikation. 35

handlung der Kinder, welche auf Erziehung und Unterricht den nachtheiligſten Einfluß haben. Wir wollen dies durch eine kurze Darſtellung des Schickſals anſchaulich machen, dem z. B. der Eigenſinn und die Einbildungskraft der Kinder unterworfen wird. Eigenſinn iſt bei Kindern eine Art von Aeußerung des freien Willens von vieler Bedeutſamkeit, kann auch nur durch eine weiſe, mit vernuͤnftigen Ernſt verbundene Schonung in die rechten Wege eingeleitet werden. In den mehreſten Faͤllen iſt daher das, was man bei Kindern Eigenſinn nennt, das erſte Gefuͤhl und eintretende Bewußtſeyn der Willensfreiheit, die ſich zu äußern beginnt und die Anlage zum Muth, zur Standhaftigkeit, Ausdauer und Conſequenz zeigt. Unterläßt man die ſorgfaͤltige Nachfor⸗ ſchung nach den Gründen, durch welche das Ver⸗ halten dieſer Art in den Kindern beſtimmt wird, ſo erblickt man hierinne eine haͤßliche, freche Willkuͤhr, ergreift harte Maasregeln, dieſelbe zu beugen und druͤckt zugleich jene herrlichen Anla⸗ gen, die den wackern Mann oder das brave Weib bilden laſſen, gaͤnzlich darnieder. Alle Kinder verſetzen ſich zeitig durch Einbildungskraft in eigene eingebildete Welten, wo ſie in ihren Perſonen und Spielſachen die wirkliche Welt darzuſtellen ſuchen und hierinne oft die Bewundrung der Er⸗ wachſenen auf ſich ziehen. Dabei werden ſie mun⸗ ter und thaͤtig und befinden ſich ſo wol dabei, daß ſie am liebſten bei allen Gegenſtaͤnden ver⸗ weilen, mit denen die Einbildungskraft nach Ge⸗ 3*