34 Erſte Modifikation.
ſinnlichen Gefühlen betrachtet und behandelt wird, ſind keineswegs fuͤr unpartheiiſche Beobachter und Richter der wahren Beſchaffenheit ihrer Kinder anzuerkennen und faͤhig, gehoͤrige Beobachtungen und Unterſuchungen uͤber dieſelbe anzuſtellen. Der Erfahrung gemaͤß haben die meiſten Eltern, wenn wir auch nicht ſagen wollen, alle eine, nicht ver— nuͤnftig gemaͤßigte, Vorliebe fur ihre Kinder, ſie ſind fuͤr dieſelben durchweg eingenommen, legen auf deren gute Anlagen einen zu hohen Werth, durch welchen ſie ſich beſtechen laſſen, das Feh⸗ lerhafte derſelben fuͤr geringer zu achten und an⸗ zuſchlagen, auch wol fuͤr unbedeutend zu halten. Dazu kommt, daß die Vaͤter von jenen Unter⸗ ſuchungen haͤuſig abgehalten, oͤfters in ihren Beobachtungen durch Amtsgeſchäfte, Berufsar⸗ beiten, Gewohnheiten des Luxus, durch Reiſen unterbrochen werden. Muͤtter der genannten Art aber machen ſich durch eine bekannte Art von Liebe gegen ihre Kinder gaͤnzlich unfaͤhig, zu ſichern Reſultaten und Beſtimmungen uͤber die wahre Beſchaffenheit derſelben, in wiefern dieſe fuͤr die Erziehung zu wiſſen noͤthig iſt, zu ge⸗ langen. Auch fehlt es ihnen gar haͤufig an der⸗ jenigen Bildung des Geiſtes, die den wahren Beruf dazu begruͤndet, an noͤthiger Kenntniß der menſchlichen Seele, ſo weit eine ſolche Kenntniß von jedem Gebildeten gefordert werden kann. Immer ſind daher verkehrte Vorſtellungen von der Kindernatur und deren Aeußerungen noch die leitenden Fuͤhrerinnen in Beurtheilung und Be⸗


