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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
Entstehung
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30 Erſte Modifikation.

kuͤhr ſchuldig machten. Kann ihnen aber dieſes ohnmoͤglich geſtattet werden, ſo leuchtet von ſelbſt ein: daß alle Willkuͤhr in Anordnung der Kinder⸗ erziehung unvernuͤnftig ſey. Dieſe Willkuͤhr aber findet bei der erſten Modifikation ſtatt: ſobald Eltern gegruͤndeten Einwuͤrfen gegen ihre Vorausſetzungen, Maximen und Anordnungen, kein Gehoͤr geben; ſobald ſie ſich allen Wi⸗ derſpruch gerade hin oder durch hingeworfene Be⸗ merkungen verbitten, weil ſie entweder fuͤrchten, von ihren Vorſäͤtzen abgehen zu muͤſſen, die ih⸗ nen zu Lieblingsideen geworden ſind, und von denen ſie ſich aus Eitelkeit nur mit einem Schmerz trennen koͤnnten, den ſie nicht erdulden moͤgen, vedr aus Eigenſinn durchaus nur ihren Willen durchzuſetzen belieben. Verachten ſie alle vernuͤnftige Einälchtungen, die ihnen zum Beſten ihrer Kinder mit Grund der Wahrheit gemacht werden, ſo fehlt es ihnen an aller Achtung gegen dieſe Kinder, als Perſonen, denn ſie behandeln dieſelben nach einer nie zu billigenden, eigenſin⸗ nigen Willkuͤhr; und darwider empoͤrt ſich alles Menſchengefuͤhl, ſtraͤubt ſich alle Vernunft. El⸗ tern koͤnnen von der Gute der erſten Modifikation uͤberzeugt ſeyn, koͤnnen es gut meinen; iſt es denn aber weiſe, oder wird es durch die Indivi⸗ duglitaͤt der Ueberzeugungen zur Weisheit erho⸗ ben: allen fremden Rath zu vernachläͤſſigen,

jede anderweitige Erinnerung ſchlechthin nicht

zu pruͤfen und anzunehmen? ja, Erinnerungen gering zu ſchaͤtzen und zu verwerfen, die durch