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Erſte Modifikation. 31
wohlthaͤtige Erfahrungen erprobt ſind, welche demnach die Wahrheit auf ihrer Seite haben? Kinder haben von Natur das Recht, den Eltern die Pflicht aufzulegen, ſie nicht als Mit⸗ tel eigenſinniger Willkuͤhr zu behandeln; aber ſie ſelbſt koͤnnen ſich gegen dieſelbe nicht ſchuͤtzen. Der Hauslehrer, indem er Rathſchläge ertheilt, Erinnerungen thut, tritt als Mittelsperſon zwi⸗ ſchen Eltern und Kinder, um dieſe gegen jede Willkuͤhr, die Eltern auch unwiſſend entſchluͤpfen koͤnnte, zu ſchuͤtzen. Aus dieſem Grunde ſind dieſe verbunden, jenen anzuhoͤren. Koͤnnen ſie ihre Ueberzeugungen durch vernuͤnftige Gruͤnde uͤberwiegend machen, ſo wird jeder redliche Haus⸗ lehrer ſich gern beſcheiden, ſie eines Beſſern be— lehren zu wollen, wird vielmehr die beſſern Ma⸗ rimen und Ueberzeugungen der Eltern gern zu den ſeinigen machen. Wollen dieſe aber von ei⸗ nem ſolchen Verhaltniß des Hauslehrers gar nichts wiſſen, ſo ſind ſie in der That fuͤr Ver⸗ blendete zu erklaͤren, und als Ungerechte anzu⸗ klagen. Wollen ſie, wenn auch die gemachten Gegenerinnerungen von Gewicht ſeyn ſollten, den⸗ noch in der Ausfuͤhrung der erſten Modifikation eine Wuͤrde ſuchen, ſo beſteht dieſe in einer Ty— rannei gegen, des Widerſtands noch unfaͤhige, wehrloſe Perſonen, welche vielleicht die Folgen ſolcher Behandlung viele Jahrzehende hindurch bejammern werden, deren moraliſche und intellec⸗ tuelle Verkruͤplung wol gar der eigenſinnigen Willkuͤhr ſolcher Eltern eine lebenslaͤngliche Schand⸗


