Druckschrift 
Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen

28 Erſte Modiſtkation.

Beduͤrfniſſe zu finden, zu allernaͤchſt gewieſen. So gut nun aber Eltern aus dieſem ſo nahen Verhaͤltniß die Pflicht abnehmen, ihre Kinder zu erziehen, eben ſo gut muß es ihnen auch frei ſtehen, muß ihnen das Recht bleiben, dies nach ihrem beſten Wiſſen und Willen zu thun. Wenn ſie ſich daher ihr Recht von Niemanden ſchmaͤ⸗ lern laſſen wollen, ſo kann man ihnen dieſes nicht verargen, zumal, wenn ſie dabei nach ihrer beſten Ueberzeugung verfahren und demnach vor dem Richterſtuhl ihres Gewiſſens vor jedem Vorwurf geſichert ſind. Sie fuͤhlen ſich bei der Folgſamkeit gegen daſſelbe am beruhigſten, und indem ſie ganz nach ihrem Rechte an ihren Kin⸗ dern handeln, ſo laͤßt ſie ihr Glaube an daſſelbe ganz ihre elterliche Wuͤrde empfinden. Wer ſie durch Einmiſchung und Eindraͤngung in ihr elter⸗ liches Verhaͤltniß des allen berauben will, der taſtet die Wuͤrde und Rechte des Elternſtandes an. Wer wird aber auch wohl geneigt ſeyn, da⸗ fuͤr die Buͤrde elterlicher Pflichten auf ſich neh⸗ men zu wollen?

Es iſt wahr; eng iſt die Verbindung zwi⸗ ſchen Eltern und Kindern, geſchloſſen durch Na⸗ tur, geknuͤpft von Gott. Herz und Vernunft werden durch dieſelbe in ſattſame Bewegung ge⸗ ſetzt, um die Eltern in der Sorge recht lebendig zu erhalten, alles zu thun, was in ihren Kraͤf⸗ ten ſteht, dieſe Verbindung fuͤr die Kinder moͤg⸗ lichſt wohlthaͤtig zu machen. Nothwendig bringt es die Natur einer ſo engen Verbindung mit ſich,