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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
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18 Zweck der Annahme des Hauslehrers.

ren und der koͤrperlichen Conſtitution des Kindes genau zu richten. Bis ins fuͤnfte oder ſechſte Jahr haben Eltern hinlaͤnglich zu thun, um die Seelen⸗ und Geiſtesthaͤtigkeit des Kindes zu lei⸗ ten, die Thaͤtigkeit deſſelben ohne eigentlichen Unterricht durch Anſchauung der Gegenſtände in der Natur, guter Bilder und Menſchen, und ins⸗ beſondre durch Anſchauung des elterlichen Ver⸗ haltens in allen Dingen ſo zu regieren, daß der Verſtand den Weg zu richtigen Vorſtellungen ein⸗ ſchlaͤgt, ſich im Herzen keine boͤſen Neigungen anſpinnen und das Kind zu Verſuchen gereizt wird, ſeine Kraͤfte zu brauchen. Nach dieſen Bemuͤhungen treten erſt diejenigen Geſchaͤfte ein, welche das Lehr⸗ und das beſondre Erzie⸗ hungsamt aufgiebt. Denn nun haben Eltern ei⸗ nen dreifachen Zweck zu beſorgen, der ſich zwar unter dem Namen der allgemeinen Erzie⸗ hung ausdruͤckt, aber zerfaͤllt in den Un⸗ terricht, die Entwicklung der geiſtigen und koͤr⸗ perlichen Anlagen zu Kraͤften, verbunden mit der Bemuͤhung, zum Behuf des Gebrauchs dieſer Kraͤfte die erforderlichen Vorſtellungen hervorzu⸗ bringen und die noͤthigen Kenntniſſe mitzutheilen; in die Bildung, Erweckung des Sinns, in den Kindern, ſelbſt jene Kraͤfte zu Fertigkeiten, unter Anleitung Anderer, deswegen immerfort ausbil⸗ den zu wollen, um dadurch gemeinnuͤtzig und an⸗ genehm zu werden; in die Erziehung im en⸗ gern Sinn, die Erweckung einer veſten Bereit⸗ willigkeit, aus Achtung fuͤr die Geſetze der An⸗