14 urſachen zur Annahme der Hauslehrer.
zu ſetzen, in Zukunft die Pflichten des Gatten und Vaters erfuͤllen zu koͤnnen, die mit dem Heranwachſen der Kinder ſich unausbleiblich ver⸗ mehren und vergroͤßern. Iſt der Prediger im Beſitz einer reichlich dotirten Pfarrei, ſo wird er, ohne Pflichtverletzung, einen jungen Gelehrten in ſein Haus zu nehmen nicht anſtehen duͤrfen, mit dem er gemeinſchaftlich die Erziehung der Kinder uͤbernimmt, als wovon er bei ſei⸗ nen vorauszuſetzenden paͤdagogiſchen Kenntniſſen durchaus nicht losgeſprochen werden kann. Er wuͤrde ſeiner Gemeinde ein ſchlechtes Beiſpiel geben, wenn er die Kinder dem Informator ganz uͤberließe, indem er auch Muſter in der Kin⸗ dererziehung ſeyn und an den Seinigen die prak⸗ tiſchen Beweiſe von dem liefern ſoll, was ihm ſein Amt von der Auferziehung der Kinder zu predigen aufgiebt. Wie wuͤrde er mit gutem Ge⸗ wiſſen am heiligen Orte hiervon ſprechen und nach den Grundſaͤtzen des Chriſtenthums die Pflicht der Kindererziehung ſeinen Zuhoͤrern ans Herz legen koͤnnen, wenn ein Jeder es ihm vorhalten duͤrfte: er ſelbſt verhalte ſich nicht ſo, wie es Gottes Wort predige und fordre!


