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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
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Urſachen zur Annahme der Hauslehrer. 13

faͤlligen Arbeiten, ſobald ſie eintreten, auf be⸗ ſtimmte Stunden verlegt ſind, demnach nicht hin⸗ dern koͤnnen, auch fuͤr den taͤglichen Unterricht der Kinder die noͤthigen Maasregeln zu nehmen. Außerordentliche Amtsgeſchaͤfte, welche eine au⸗ genblickliche Thaͤtigkeit fordern, kommen theils ſeltner vor, theils ſind ſie von kurzer Dauer. Und macht das Amt und deſſen Geſchaͤfte an die⸗ ſem und jenem Tage etwa es noͤthig, die Schul⸗ ſtunden auszuſetzen, ſo laſſen ſich die Kinder ſchon allein nuͤtzlich beſchaͤftigen, um nicht muͤſſig zu gehen und einen Tag zu verlieren. Will man dagegen bemerken, daß es fuͤr den Landgeiſtlichen ein großes Beduͤrfniß ſey, einen Umgang mit Jemanden zu haben, der ſich mit ihm uͤber ge⸗ lehrte Sachen unterhalte, zumal, wenn er weit von der Stadt wohne und den Herrn Amtsbruͤ⸗ dern in der Nachbarſchaft wenig Zeit zu Beſuchen uͤbrig bleibe, hierzu aber Niemand geſchickter ſeyn koͤnne, als ein Informator: ſo ergiebt ſich die Antwort hierauf dadurch, daß Unterhaltung mit Andern zwar der gegenſeitigen Bildung foͤr⸗ derlich werden koͤnne, aber nicht immer dieſe, ſondern noch mehr das Vergnuͤgen zum Zweck habe. Kommt dazu, daß die vaͤterliche Sorge fuͤr die Famile den mit der Aufnahme eines Haus⸗ lehrers verbundenen Aufwand nicht, oder nur ſchwer geſtattet, ſo iſt es Pflicht, jenen Umgang durch Lectuͤre zu erſetzen und jenes Vergnuͤgen ſchwinden zu laſſen, um durch eine ſparſame Verwaltung der Einkuͤnfte ſich mehr in den Stand