Druckschrift 
Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen

12 Urſachen zur Annahme der Hauslehrer.

rungen zum Heil der Ihrigen aufwenden und muͤſ⸗ ſen ſich auch, ohne Widerrede, vom Bewußtſeyn der Pflicht hierzu angetrieben fuͤhlen. Auch die vorauszuſetzende Bildung derer, welche, ohne die paͤdagogiſche Laufbahn in den Candidatenjahren durchrungen zu haben, ins geiſtliche Amt traten, ſollte keinen Zweifel uͤbrig laſſen, daß auch ſie geſchickt waͤren, dieſes ehrwuͤrdige Geſchaͤft, ohne fremde Huͤlfe, allein zu vollenden, wozu ſie ſich auch ohne allen Streit verbunden fuͤhlen werden. Verurſachte ihnen uͤberdies die Annahme eines Hauslehrers einen Aufwand, der ihren Einkuͤnf⸗ ten nicht angemeſſen waͤre, ſo wuͤrde dieſelbe eine deſto groͤßere Pflichtverletzung gegen Frau und Kinder ſeyn. Jener wuͤrde Manches entzo⸗ gen, was ihr in der Folge das Leben leichter und jetzt angenehmer machen koͤnnte, wenn der Papa nur fleißiger ſeyn wollte; dieſen wuͤrde mit der einen Hand vielleicht etwas gegeben, mit der andern aber gewiß Viel genommen werden, indem der Aufwand, den die Anſtellung des Hauslehrers verurſacht, in der Folge die Bedin⸗ gungen zu erfuͤllen gewiß erſchweren wird, unter welchen das weitere Fortkommen der Kinder be⸗ fuͤrdert werden kann. Der Mangel an Zeit und Amtsgeſchaͤfte koͤnnen wol kein reelles Hinderniß abgeben, die Bildung der Kinder(in Gemein⸗ ſchaft der Mutter, wenns moͤglich iſt) allein auf ſich zu nehmen. Alles kommt hier auf eine gute Zeiteintheilung an, die auch recht gut Statt ſinden kann, da ſelbſt der groͤßte Theil der zu⸗