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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
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8 Urſachen zur Annahme der Hauslehrer.

und Beſtimmung angemeſſen zu handeln, giebt es noch eine Hydra, mit der man gewoͤhnlich kaͤmpft, die Maxime:es ſey wider den guten Ton, wenn Eltern ſelbſt die Schulmeiſter ihrer Kinder machen ſollten; es ſey ſo etwas dem Stand, den Verhaͤltniſſen gar nicht angemeſſen, in denen man ſtehe. Der Vater haͤlt es bei ſeinem oͤffentlichen Character und ſeinen Verbin⸗ dungen fuͤr unzulaͤſſig, die zur Amtsehre des Mannes erhobene Mutter, hat ſie auch taͤglich keine Geſchaͤfte, als den Strickſtrumpf, ein we⸗ nig Aufſicht uͤber das Hausweſen und Viſiten, wol gar fuͤr eine Schande, an der Bildung und Erziehung derer zu arbeiten, welche Gott zu die⸗ ſem Zwecke an ſie gewieſen hat, den Unterricht derer beſorgen zu helfen, die durch innige, phy⸗ ſiſche und moraliſche Bande mit ihnen in unzer⸗ trennliche Verbindung geſetzt worden ſind. Bringt es Eltern keine Schande, Vater und Mutter zu ſeyn, ſo wird es ihnen kein Vernuͤnftiger zur Unehre rechnen, wenn ſie auch in intellectueller und moraliſcher Hinſicht Vater und Mutter wer⸗ den wollen, und in thaͤtiger Verbindung mit dem Hauslehrer ihre Kinder zur Ehre der Menſch⸗ heit zu erziehen bemuͤht ſind. Aber dieſe Ehre, welche ihnen vor dem Richterſtuhl der Weisheit zugeurtheilt werden wuͤrde, wollen Viele ſich nicht erwerben, aus der genannten Marxime nicht er⸗ werben, ob ſie ſchon ein ſattſames Gegengewicht gegen dieſe Maxime fuͤhlen koͤnnten in dem Ge⸗ dauken: daß ſie ſowol ihre Einſicht in elterliche