Urſachen zur Annahme der Hauslehrer. 7
waͤhlen? Sie haben es in ihrer Gewalt, ſich durch buͤrgerliche Berufsgeſchaͤfte in dem freien Gebrauch ihrer Krafte keineswegs ſo einſchraͤnken zu laſſen, daß ihnen nicht auch Zeit uͤbrig blei⸗ ben ſollte, in welcher ſie mit Kraft und Sorg⸗ falt an dem Beſten ihrer Kinder arbeiteten, und Vater und Mutter die dabei noͤthigen Geſchaͤfte zweckmaͤßig unter ſich vertheilten. Da nun aber dieſe durch die Theilnahme mehrerer Perſonen noch vollkommener betrieben werden duͤrften, ſo wuͤrde es nicht nur klug, ſondern auch recht gehandelt ſeyn, wenn jene Eltern einer vollkommenen Kin⸗ dererziehung durch eine thaͤtige Verbindung mit einem zu dieſem Behufe erwäahlten Hauslehrer moͤglichſt nahe zu kommen ſtrebten.
Aber wol nicht immer mag es jener Grund ſeyn, welcher den Endſchluß zur Annahme eines ſolchen Lehrers zur Reife bringt; vielmehr ſind auch Misverſtand und Eitelkeit die Ver⸗ anlaſſung dazu. Denn das Erziehungsgeſchaͤft iſt immer noch nicht allgemein an den verdienten Platz in der Reihe von Gegenſtänden eingetreten, welche die Wirkſamkeit der Eltern nothwendig fordern, indem es noch nicht allgemeiner, prak⸗ tiſcher Glaube worden iſt, daß elterliche Wuͤrde und Beſtimmung den Unterricht, die Bildung und Erziehung der Kinder einſchluͤſſe. Man ſtraͤubt ſich noch gegen dieſen Glauben, blickt auf die Ausuͤbung deſſelben, als auf eine unertraͤgliche Laſt hin. Selbſt da, wo es weder an Einſicht, noch an Geſchicklichkeit mangelt, jener Wuͤrde


