6 uUrſachen zur Annahme der Hauslehrer.
Von den mehrern oder wenigern Geſchaͤften des⸗ ſelben wird zugleich der Kreis enger oder weiter gezogen, innerhalb welchem ſich die Bildung der Kinder in enge Schranken zuſammenziehen muß oder groͤßeres Feld und weiteren Spielraum ge⸗ winnen kann. Laſſen es nun aber die Geſchaͤfte des Berufs in der That nicht zu, daß Eltern allein ihre Kleinen erziehen koͤnnen, wozu frei⸗ lich Gott durch die Natur Vater, Mutter und Kind zu enge mit einander verbunden hat, als daß hierinne eine foͤrmliche Trennung geſchehen duͤrfte: ſo iſt es dann freilich Pflicht, ſich nach Jemandem umzuſehen, der vernuͤnftig eine Luͤcke ausfuͤlle, die ſonſt in der Reihe der elterlichen Pflichten ſtrafwuͤrdig entſtehen muüßte. Dennoch aber duͤrfen Eltern nicht waͤhnen, durch Anſtel⸗ lung eines Hauslehrers von allem Antheil an der Erziehung uͤberhaupt losgezaͤhlt zu ſeyn. Wollten ſie ſich dies ſelbſt erlauben, ſo wuͤrden ſie ſich eines Verhaltens ſchuldig machen, das eben ſo wenig ihrer eigenen Wuͤrde entſprechen duͤrfte, als es gewiß von den nachtheiligſten Fol⸗ gen ſeyn muͤßte.
Da Reiche und Bemittelte gewoͤhnlich weit weniger von jener Urſache abgehalten werden, das Erziehungsgeſchaͤft allein zu uͤbernehmen: ſo weiß ich nicht, ob man es allen zutrauen darf, daß ſie einen Hauslehrer aus dem Glauben annehmen: durch Reichthum verbunden zu ſeyn, ſich zur vollkommenern Er⸗ ziehung der Kinder einen Gehuͤlfen zu


